Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2012

15:21 Uhr

Weihnachtsgeld

30. November – der Tag für die große Bescherung

Mehr als jeder zweite Beschäftigte erhält dieses Jahr Weihnachtsgeld, häufig mit der heutigen Gehaltsüberweisung. Der Handel hofft auf volle Innenstädte. Zu Recht, denn bei vielen Firmen sind die Zahlungen diesmal höher.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten erhält Weihnachtsgeld – der Handel hofft auf steigende Umätze. ap

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten erhält Weihnachtsgeld – der Handel hofft auf steigende Umätze.

DüsseldorfHaben Sie heute schon auf Ihren Kontostand geschaut? Wenn nicht, holen Sie das nach. Denn er könnte sich positiv verändert haben. Dann nämlich, wenn Sie zu den Beschäftigten gehören, die von ihrem Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld erhalten. Das wird meistens mit dem November-Gehalt ausgezahlt. Und letzter Zahltag ist häufig Freitag, der 30. November.

Über ein Weihnachtsgeld können sich in diesem Jahr mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer freuen – rund 14 Millionen sind es nach Schätzungen von Experten. Genauere Zahlen gibt es nicht. „In Unternehmen mit Tarifvertrag sind es 70 Prozent und in Unternehmen ohne Tarifvertrag 42 Prozent“, sagte Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Das hat eine Umfrage seiner Einrichtung ergeben.

Fragen und Antworten zum Weihnachtsgeld

Wer bekommt es?

55 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten laut dem WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in diesem Jahr Weihnachtsgeld. Die Regelung zum Weihnachtsgeld steht oft im Arbeitsvertrag, der Anspruch darauf kann aber auch im Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt sein.

Muss das Unternehmen zahlen?

Wenn die Zahlung des Weihnachtsgelds vertraglich vereinbart ist, so darf das Unternehmen sie nicht kürzen oder sogar ganz streichen. Anders ist die Lage im Krankheitsfall. Manche Arbeitsverträge sehen vor, dass sich die Sonderzahlung bei längeren Fehlzeiten verkleinert.

Was passiert, wenn freiwillig gezahlt wird?

Auch hier lohnt sich ein Blick in den Arbeitsvertrag. Stehen dort Formulierungen wie „freiwillig“ oder „ohne jeden Rechtsanspruch“ ist die Sache klar. Der Arbeitgeber ist nicht zur Zahlung verpflichtet – auch wenn er in den Vorjahren ein Weihnachtsgeld gezahlt hat. Steht allerdings im Vertrag, das Weihnachtsgeld sei eine „freiwillige, stets widerrufliche“ Leistung, kann sich die Firma nicht darauf beziehen. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ist diese Formulierung ungültig.

Und was ist, wenn es keine Regelung gibt?

Selbst ohne vertragliche Regelung kann ein Anspruch auf Weihnachtsgeld bestehen. Wegen „betrieblicher Übung“ haben Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, wenn es bereits dreimal in gleicher Höhe und ohne Vorbehalt überwiesen wurde.

Was ist im Falle einer Kündigung?

Wenn es um eine Summe geht, die höher als 100 Euro ist, aber geringer als ein Monatsverdienst, kann eine Bindungsfrist bis zum 31. März des Folgejahres vorgeschrieben werden. Dann besteht die Pflicht zur Rückzahlung, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen vorher verlässt. Scheidet er später im Jahr aus der Firma aus, darf er das Weihnachtsgeld allerdings behalten.

Bekommen auch Teilzeitkräfte die Zahlung?

Wenn das Weihnachtsgeld ohne Bedingungen gezahlt wird, haben alle Mitarbeiter einen Anspruch darauf. Das Unternehmen darf niemanden davon ausschließen. Auch Minijobber oder Teilzeitkräfte bekommen dann die Zahlung – allerdings mit Abzügen.

Es gibt aber Unterschiede zwischen dem Westen und dem Osten Deutschlands. Während im Westen knapp 60 Prozent Weihnachtsgeld bekommen, sind in es in Ostdeutschland lediglich rund 40 Prozent, zeigen Zahlen des WSI-Tarifarchivs. Teilweise sind die unterschiedlichen Zahlungen auch in Tarifverträgen festgeschrieben.

Die gute Nachricht: Viele Arbeitnehmer erhalten 2012 eine größere Sonderzahlung als im Vorjahr. Bei rund sieben Millionen Beschäftigten überweisen die Arbeitgeber mehr Geld. Grund dafür sind die höheren Tarifabschlüsse in zahlreichen Branchen, wie die Böckler-Stiftung herausgefunden hat.

Da das Weihnachtsgeld in den meisten Tarifverträgen prozentual vom Bruttogehalt gezahlt wird, erhöht sich mit den Tarifabschlüssen also auch die Sonderzahlung. Zahltag für Arbeitgeber! In vielen Fällen können sich die Arbeitnehmer über das sogenannte 13. Monatsgehalt freuen. Es gibt volle 100 Prozent eines Brutto-Monatsgehalts obendrauf.

Trends im Weihnachtsgeschäft

Weihnachtszeit, Einkaufszeit

Weihnachtszeit ist Einkaufszeit – für den Einzelhandel entscheidet sich, wie die Bilanz am Ende des Jahres ausfällt. Welche Trends sich 2012 abzeichnen, hat die Wirtschaftsberatung Deloitte in einer Umfrage ermittelt.

Mehr Geld für Geschenke

In Deutschland fällt das Budget für Weihnachtsgeschenke sowie Essen und Trinken höher aus als im Vorjahr. In Ländern wie Griechenland und Spanien zeigt der Trend allerdings in die andere Richtung.

Kaufen gegen das Krisengefühl

Viele Verbraucher wollen mehr Geld ausgeben, um wenigstens zeitweise die Krise zu vergessen.

Der Preis ist heiß

Die Verbraucher achten verstärkt auf den Preis eines Produktes und wollen häufiger bei Sonderangeboten zuschlagen.

Shopping auf allen Kanälen

Verbraucher nutzen immer häufiger verschiedene Kanäle, um Geschenke zu finden und zu vergleichen – rund die Hälfte sucht und vergleicht sowohl online als auch im stationären Handel.

Die Zahlung ist quer durch alle Branchen üblich. Energieunternehmen wie EnBW zahlen es, die Deutsche Bank und die Commerzbank oder auch die Deutsche Post. Chemieunternehmen wie BASF und Bayer zahlen als „Jahresleistung“ immerhin noch 95 Prozent des Bruttogehalts, bei den Autobauern Daimler und Opel gibt es nicht mehr als 55 Prozent.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

JAJA

30.11.2012, 15:57 Uhr

Der Handel hofft...
Die Energieversorger wissen...
Der Finanzminister auch...

Golo123

30.11.2012, 16:50 Uhr

Ich möchte mich bei meinen 14 Gehältern, u.a. auch einem als Weihnachtsgeld nicht beschweren, doch beim Blick auf die Abzüge werde ich nachdenklich...; sollten diese nicht für in D relevante Dinge verplant werden, sondern Richtung Süd- und Südosteuropa verbraten werden? Schade!

Rechner

30.11.2012, 17:02 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×