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17.08.2012

17:41 Uhr

Weinmann-Prozess

Zeugen bestätigen Korruption bei MAN

Zwei Zeugen haben im Prozess gegen den Ex-MAN-Vorstand Anton Weinmann Bestechung im Konzern bestätigt. Ob sie mit Weinmann darüber gesprochen hatten, wussten sie jedoch nicht mehr - und verwunderten damit den Richter.

Anton Weinmann muss sich derzeit wegen Korruption vor dem Landgericht München verantworten. dapd

Anton Weinmann muss sich derzeit wegen Korruption vor dem Landgericht München verantworten.

MünchenIm Korruptionsprozess gegen den früheren MAN-Vorstand Anton Weinmann haben zwei Zeugen über Bestechung im Konzern berichtet. Die beiden früheren Mitarbeiter der Revisionsabteilung von MAN bestätigten am Freitag vor dem Landgericht München, dass der Bus- und Lastwagenhersteller über Jahre illegale Provisionen in verschiedene Länder gezahlt habe, um den Absatz anzukurbeln. Den Angeklagten belasteten sie jedoch nicht. Auf entsprechende Nachfragen verwiesen sie auf "Erinnerungslücken".

Die Staatsanwaltschaft wirft Weinmann vor, dass er von 2005 bis 2007 von Schmiergeldzahlungen in Höhe von 1,9 Millionen Euro nach Slowenien und Belgien gewusst und diese geduldet habe.

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Die beiden Zeugen arbeiteten zusammen an einem Aktenvermerk, in dem im Jahr 2006 wörtlich von Schmiergeldzahlungen nach Slowenien die Rede war. Dieser gilt als zentrales Dokument für die Anklage. Sie konnten zwar über die Entstehung dieser Notiz berichten. Ob sie darüber mit Weinmann gesprochen haben, konnten sie jedoch nicht sagen.

Der angeklagte ehemalige Spitzenmanager war damals im Konzernvorstand für die Revision und auch die Einhaltung der Anti-Korruptionsrichtlinien zuständig. Er selbst hatte bereits vor Prozessbeginn erklärt, über den Aktenvermerk nicht informiert worden zu sein.

Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Eckert wunderte sich über die Erinnerungslücken. Er fragte den ersten Zeugen, wie es sein könne, dass er "drei Seiten Sprengstoff" in den Händen gehalten habe, aber nicht mehr wisse, was er damit gemacht und wen er informiert habe. "Das geht nicht in meinen Kopf hinein", sagte Eckert. Er erklärte dem Zeugen auch, dass er sich damit möglicherweise selbst belaste.

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