Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2012

09:57 Uhr

Weiterbildung

Hinein in den Förderdschungel

VonAnne Hansen

Die Zeiten für Weiterbildungswillige sind günstig: Wer sich neben dem Job fortbilden will, muss sich nicht in den finanziellen Ruin stürzen. Denn es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten, die auf Abnehmer warten.

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

BerlinEigentlich sind sich alle einig: Wenn sich ein Arbeitnehmer neben dem Job weiterbildet, profitieren davon beide Seiten. Der Arbeitgeber bekommt einen noch besser qualifizierten und motivierten Mitarbeiter und der Arbeitnehmer selbst hat bessere Aufstiegschancen im Unternehmen. So weit so gut – wenn da nicht die Kosten wären.

Denn falls der Arbeitgeber die Weiterbildung nicht übernimmt, zahlen viele Berufstätige die Maßnahme aus eigener Tasche – und das kann teuer werden. Was viele nicht wissen: Bund, Länder und die EU bieten zahlreiche öffentliche Programme an, die die berufliche Weiterbildung unterstützen. Der Arbeitnehmer muss in dem oftmals undurchschaubaren Förderdschungel nur wissen, wo er suchen muss.

Was Sie zur Weiterbildung wissen sollten

Kennen Sie das Angebot?

600.000 Kursangebote, 17.000 Anbieter – das Angebot der Weiterbildungen ist immens. Umso genauer muss man jedes einzelne Programm prüfen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat eine Checkliste für Weiterbildungen entwickelt. Das Fazit: Löchern Sie den Anbieter mit diesen Fragen:

Was kostet die Weiterbildung?

Bevor man sich für eine Maßnahme entscheidet, sollte man sich einen Überblick über alle entstehenden Kosten verschaffen. Denken Sie dran, dass zu den reinen Lehrgangskosten noch Ausgaben für die Anmeldung, Prüfungen, Material und Fahrt- und Übernachtungskosten hinzu kommen können. Im zweiten Schritt sollten Sie sich nach Förderungsmöglichkeiten erkundigen.

Ist die Qualität der Maßnahme gesichert?

Die Qualität der Weiterbildung ist das A und O, schließlich hängt davon maßgeblich der Erfolg ab. Die Lehrkräfte sollten daher mit vollem Namen und ihrer Qualifikation genannt werden. Auch sollte es möglich sein, die Lehrräume und die Ausstattung des jeweiligen Anbieters vorab sehen zu können. Die Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Weiterbildungen unter die Lupe. Auch hier lohnt sich ein Blick: www.weiterbildungstests.de

Wie sieht der Vertrag aus?

Der Vertrag muss umfangreich sein und alle relevanten Punkte regeln: die Dauer der Weiterbildung, Kursinhalte, Kündigungsmodalitäten, die Zahlungsweise und die Gesamtkosten. Auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters sollten enthalten sein. Nur ein detaillierter Vertrag spricht für die Seriosität.

Hilft die Weiterbildung meiner Karriere?

Ob sich eine Weiterbildung lohnt, kann man an den bisherigen Teilnehmern des Anbieters ablesen. Sehen Sie sich, sofern vorhanden, Verbleibstudien an. Auch Arbeitsagenturen und Berufsinformationszentren können Hinweise geben, wie sich eine Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt bewährt hat.

Die komplette Checkliste gibt es unter www.bibb.de/checkliste.

Welchen Abschluss bekomme ich?

Von der einfachen Teilnahmebescheinigung bis hin zum Zertifikat, das sogar in anderen europäischen Ländern anerkannt wird: Die Spanne der Abschlüsse ist groß. Darum sollte man sich möglichst genau informieren, welche Art des Abschlusses bei der Weiterbildung erreicht werden kann. Auch Kammern können über Art und Qualität von Weiterbildungszertifikaten Auskunft geben.

Wie ist die Weiterbildung aufgebaut?

Erkundigen Sie sich ruhig vorab schon nach den Lehrplänen. Ein seriöser Anbieter wird Ihnen gerne einen detaillierten Einblick in Kursinhalte und Aufbau geben. Und: Prüfen Sie vorab, ob Sie Vorkenntnisse benötigen und diese auch besitzen. Andernfalls könnte Ihnen die Weiterbildung überhaupt nichts bringen.

Unter dem sperrigen Namen „Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz“, kurz Meister-BAföG, werden alle Weiterbildungen unterstützt, die dem beruflichen Aufstieg dienen. Einen Teil der Kosten gibt es als Zuschuss, den anderen als zinsgünstiges Darlehen. Besteht der Arbeitnehmer zudem die Prüfung, werden ihm 25 Prozent des Darlehens erlassen. Voraussetzung für die Förderung ist eine abgeschlossene Ausbildung. Antragsformulare und Infos über Art und Höhe der Zuschüsse gibt es unter www.meister-bafoeg.de.

Um die Weiterbildung in Deutschland auch für Beschäftigte mit geringem Einkommen zu fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die so genannte Bildungsprämie (www.bildungspraemie.info) eingeführt. Bis zu 500 Euro erhält ein Arbeitnehmer für eine Weiterbildung. Den Rest, mindestens aber die Hälfte der gesamten Kosten, muss er selbst zahlen. Um die Bildungsprämie in Anspruch zu nehmen, darf das Jahreseinkommen nicht über 20.000 Euro liegen (40.000 bei Verheirateten) und die Weiterbildung muss bei einem zertifizierten Träger gemacht werden.

Wer jünger als 25 Jahre ist und besonders gute Leistungen in seinem Beruf erbracht hat, kann sich für ein Weiterbildungsstipendium bewerben. Drei Jahre lang erhalten die Stipendiaten 2.000 Euro, um Lehrgang, Unterkunft und Fahrten zu bezahlen. Mindestens zehn Prozent der Lehrgangskosten müssen sie allerdings selbst tragen. Die Weiterbildungen, die gefördert werden, reichen von einem Intensiv-Sprachkurs im Ausland bis hin zur Ausbildung zum Betriebswirt. Leistungen und Bewerbungsvoraussetzungen gibt es unter www.sbb-stipendien.de.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×