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12.03.2013

18:44 Uhr

Weitere fünf Jahre

Eon will Teyssen an der Spitze halten

In harten Zeiten setzt Eon weiter auf Vorstandschef Johannes Teyssen. Mit einer Vertragsverlängerung um fünf Jahre im Rücken kann sich der 53-Jährige an die Reform des größten deutschen Energiekonzerns machen.

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen.

DüsseldorfJohannes Teyssen bleibt weitere fünf Jahre an der Spitze des größten deutschen Energiekonzerns Eon. Der Aufsichtsrat beschloss an diesem Dienstag eine Vertragsverlängerung für den 53-jährigen bis zum Ablauf des Jahres 2018, wie Eon mitteilte. Teyssen hatte im Mai 2010 den Chefposten von Wulf Bernotat übernommen.

Außerdem bestätigte der Aufsichtsrat zwei Vorstandswechsel: Personalchefin Regine Stachelhaus verlässt den Vorstand zum 1. Juli wegen eines Krankheitsfalls in ihrer Familie, bleibt Eon aber zum Beispiel als Vertreterin in übergeordneten Gremien verbunden. Stachelhaus gehörte zu den ersten Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns. Nachfolger als Personalvorstand wird Mike Winkel, der bisherige Chef der Eon-Erneuerbare Energien-Sparte. Der 42-Jährige war zuletzt Chef der Ökostromsparte. Eon-Manager Klaus-Dieter Maubach scheidet Ende März aus dem Konzern aus.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Außerdem kommt der ehemalige RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum (46), der bei Eon als erfahrener Manager unter anderem das dezentrale Energiegeschäft weiterentwickeln soll. Außerdem werde er für die Entwicklung neuer Geschäftsideen sowie energiewirtschaftliche Positionierungen zuständig sein, hieß es. Sein Vorgänger Klaus-Dieter Maubach verlasse Eon nach fast zwölf Jahren in beiderseitigem Einvernehmen.

Birnbaum könnte indes auch der Wunsch nach dem Chef-Posten antreiben. Voraussichtlich am 1. Juli soll der bisherige RWE-Vorstand in den Konzern eintreten. Eon hatte den Wechsel, über den Reuters bereits vor zwei Wochen berichtete, bislang nicht bestätigt. Birnbaum hatte bei RWE eine Verlängerung seines im Herbst auslaufenden Vertrages abgelehnt. Er galt als Kronprinz des früheren RWE-Chefs Jürgen Großmann. Zu dessen Nachfolger war aber im vergangenen Jahr der Niederländer Peter Terium gewählt worden.

Teyssen wird an diesem Mittwoch die Eon-Bilanz 2012 vorlegen und einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geben. Die Folgen der Energiewende setzen Eon weiter schwer zu. Für 2013 rechnet das Unternehmen wegen der europaweiten Marktschwäche und der Lasten der Energiewende mit deutlich weniger Gewinn, wie Teyssen bereits Ende Januar deutlich machte.

Der Konzern will deshalb weitere Beteiligungen verkaufen, seine Investitionen verringern und sich auf lukrative Märkte wie Brasilien oder die Türkei konzentrieren. Gaskraftwerke, die rote Zahlen schreiben, will Eon nicht mehr weiterbetreiben.

Bis 2015 streicht Eon auf seinem Sparkurs weltweit 11 000 Arbeitsplätze, davon 6000 in Deutschland. Dieser Stellenabbau ist schon länger bekannt, ein Sozialplan wurde bereits vereinbart. Die 30 000 Beschäftigten von Eon in Deutschland bekommen rückwirkend ab Jahresbeginn 2,8 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung von 300 Euro. Mit diesem Tarifabschluss wurde im Februar in letzter Minute ein Streik verhindert, mit dem Verdi auch in Kraftwerken gedroht hatte.

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