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05.12.2014

16:30 Uhr

Weiterhin U-Haft

Middelhoff bleibt hinter Gittern

Der Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss auch drei Wochen nach seiner Verurteilung wegen Untreue weiter hinter Schloss und Riegel bleiben. Die Untersuchungshaft bleibt bestehen.

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff bleibt weiter in Haft. dpa

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff bleibt weiter in Haft.

DüsseldorfDer ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff kommt auch drei Wochen nach seiner Verurteilung wegen Untreue nicht aus der Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen Middelhoff bleibe in Kraft, teilte das Landgericht Essen am Freitag mit. Das Gericht habe entschieden, den Vorgang dem Oberlandesgericht Hamm vorzulegen. Dieses wird wohl erst kurzfristig entscheiden, ob Middelhoff das Weihnachtsfest hinter Gintern verbringen wird.

Die Entscheidung der 15. Strafkammer des Landgerichts Essen über den Haftbefehl hatte sich verzögert, weil Middelhoffs Anwälte einen Befangenheitsantrag gegen die Mitglieder der Kammer gestellt hatten. Über diesen hatten andere Richter zu entscheiden - und wiesen den Antrag ab. „Der Haftbefehl ist weiterhin in Kraft und wird weiter vollzogen“, teilte das Landgericht Essen mit.
Die Strafkammer hatte den ehemaligen Chef der früheren Karstadt-Mutter Arcandor und des Medienriesen Bertelsmann am 14. November unmittelbar nach ihrem Urteil noch im Gerichtssaal festnehmen lassen. Richter Jörg Schmitt hat Untersuchungshaft für den Ex-Manager angeordnet, der seinen Hauptwohnsitz in Frankreich hat. Schmitt verwies zur Begründung auch auf Fluchtgefahr. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Middelhoff unter anderem Privatflüge mit Charterjets und Hubschraubern über Arcandor abgerechnet hat und seinem ehemaligen Arbeitgeber insgesamt einen Schaden von rund einer halben Million Euro zugefügt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Middelhoffs Anwälte haben Revision eingelegt. Der Fall wird damit wohl vor dem Bundesgerichtshof landen.

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Middelhoffs Anwälte wollen ihren Mandanten auch aus der Untersuchungshaft bekommen. Das Oberlandesgericht Hamm muss nun entscheiden. Das kann aber in solchen Fällen einem Sprecher zufolge etwas dauern. Denn in solchen Fällen muss erst einmal die Generalstaatsanwaltschaft die Akten studieren und eine Stellungnahme abgeben. Das könnte bis Mitte oder Ende der nächsten Woche geschehen. Diese Stellungnahme wird dann der Verteidigung zugeleitet - auch Middelhoffs Anwälte Sven Thomas und Winfried Holtermüller können sich dann innerhalb einer bestimmten Frist äußern. Liegt dies alles vor, kann der zuständige Senat am Oberlandesgericht darüber beraten, ob Middelhoff in Untersuchungshaft bleiben muss oder nicht. Insgesamt könnte dies dann möglicherweise kurz vor den Feiertagen geschehen.

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.12.2014, 17:07 Uhr

Man wird ihn wohl frei lassen, denn es ist zwar Fluchtgefahr formal gegeben, aber der gute Mann kann sich doch weder in Frankreich noch sonstwo auf der Welt wirklich verstecken.

Man würde ihn überall finden, was er weiß und daher kaum flüchten wird bis zur neuen Verhandlung beim BGH.

Außerdem hat er ja Recht: alle anderen machen es auch, wofür er nun betraft werden soll. Nur sind die anderen Unternehmen (noch) nicht insolvent.
Warum also sollte er fortlaufen, wo er doch mit Verständnis der Oberrichter rechnen kann.

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