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07.06.2012

09:47 Uhr

Welt-Bankenverband

Geschäftsführer Dallara wirft hin

Erst Josef Ackermann, jetzt Charles Dallara: Der internationalen Bankenverbandes IIF verliert nach seinem Präsidenten jetzt auch den Geschäftsführer. Der Verband wagt einen personellen Neuanfang.

Charles Dallara geht nach 19 Jahren. dapd

Charles Dallara geht nach 19 Jahren.

Der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, tritt zurück. Der 62-Jährige stellte auf der IIF-Tagung in Kopenhagen klar, dass der Entschluss dazu im Grund schon zwei Jahre alt sei. Offenbar stehen zurzeit weder ein Nachfolger noch der genaue Zeitpunkt der Amtsübergabe klar. Dallara hat die Position fast 19 Jahre ausgefüllt. Er war neben den jeweiligen IIF-Präsidenten das Gesicht der Organisation, die gerade durch die Finanz- und die Eurokrise enorm an Bedeutung gewonnen hat. So hat der IIF maßgeblich den freiwilligen Verzicht privater Investoren im Rahmen des Schuldenschnitts in Griechenland ausgehandelt. Dallara sagte zu dieser Umschuldung, ein bekannter Hedgefonds-Manager habe zu 99 Prozent gewettet, dass dieser Schuldenverzicht nicht zustande komme. Als es dann passiert sei, habe er gemailt: "Sie haben gewonnen, ich habe verloren."

Diese Woche tritt auch der Vorsitzende des Verbandes, der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, von seinem Posten zurück. Die Konferenz in Kopenhagen ist nun auch Dallaras letzter IIF-Auftritt. Über 800 Top-Banker, Politiker, Notenbanker und Volkswirte beraten von Mittwoch bis Freitag darüber, wie die Staatsschuldenkrise von der Krise der Banken entkoppelt werden kann. Sie wollen ein Signal an die 20 größten Industrienationen (G20) senden, die eine Woche später in Mexiko zusammenkommen.

Experten fordern seit längerem, die Probleme der Banken müssten an der Wurzel gepackt werden. Die Institute dürften sich nicht zu sehr auf die Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) verlassen, denn irgendwann müsse das Geld wieder zurückfließen. Doch vor dem IIF-Treffen gibt es schon wieder neuen Zündstoff: Die von der EU-Kommission vorgeschlagene "Bankenunion" - eine gemeinsame Aufsicht und Absicherung der Spareinlagen in Europa - stößt bei den deutschen Banken auf Widerstand. Sie befürchten eine Vergemeinschaftung von Risiken und dürften ihrem Ärger wohl einmal mehr in der dänischen Hauptstadt Luft machen, auch wenn prominente Gäste wie Commerzbank-Chef Martin Blessing oder Bankenverbands-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer nicht selbst auf dem Podium sitzen, sondern sich eher am Rande der Tagung mit ihren Kollegen austauschen werden.

Zu den wichtigsten Rednern zählen stattdessen Charles Dallara, EU-Währungskommissar Olli Rehn, EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Vertreter von BNP Paribas, Societe Generale, Credit Suisse und anderen europäischen Großbanken. Auch die US-Banken sind zugegen, ebenso wie die Chefs der umstrittenen großen angelsächsischen Ratingagenturen.

Kommentare (8)

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Mazi

06.06.2012, 18:28 Uhr

Das war auch etwas zu viel "Ackermann" und seine Aktion zu durchsichtig.

pensionskonto.de

06.06.2012, 18:39 Uhr

Hat er erkannt wie hoffnungslos die Lage in Wirklichkeit ist?

sde

06.06.2012, 18:52 Uhr

Ackermann ist jetzt einfach mal fertig. Der Junge soll mal schön im Heidiland wieder Berge gucken lernen, auf dem Zürcher See rumshippern und sich mit Physik sowie gesellschaflichen Normen auseinandersetzen.

Wenn er es dann noch mit seinen 65 Jahren schafft die geistige Hürde der Bankster-Hollywood Mythen Denke zu überwinden, darf er gerne in 5 Jahren wiederkommen - und uns die Nachhaltigkeit predigen.

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