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08.03.2016

14:30 Uhr

Zehn Punkte für mehr Spitzen-Frauen

„Bloß keine Frühstücksdirektorinnen!“

VonKatrin Terpitz

Familienunternehmen müssen sich gut überlegen, wie sie mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Wie die Eigentümerfamilie damit umgeht, spielt eine wichtige Rolle. Ein Zehn-Punkte-Plan.

Fähige Frauen sollten als Vorbilder im Unternehmen nach innen und außen gut sichtbar sein. Imago

Managerin

Fähige Frauen sollten als Vorbilder im Unternehmen nach innen und außen gut sichtbar sein.

DüsseldorfUm mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, ist ein Kulturwandel nötig. Der muss von der Eigentümerfamilie mit angestoßen werden, die die Werte im Unternehmen üblicherweise stark prägt. Familienunternehmen können Frauenförderung deshalb viel nachdrücklicher umsetzen als andere, in denen die Verantwortlichen häufiger wechseln, meint Marie-Claire Tietze, Senior Managerin bei KMPG und Expertin für Führungskultur und Vielfalt.

Fähige Frauen sollten als Vorbilder im Unternehmen nach innen und außen gut sichtbar sein, so Tietze. „Wenn sie auch aus der eigenen Familie stammen, umso besser.“ Werden Gesellschafterinnen in Aufsichtsrat oder Geschäftsführung berufen, sollten sie unbedingt entsprechende Fachkompetenz mitbringen: „Bloß keine Frühstücksdirektorinnen!“, warnt Tietze.

Steigen Töchter in die Firma ein, hat der Unternehmer ein ureigenes Interesse, gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen und Männer zu schaffen. Töchter sollten gut ausgebildet sein und sich im Unternehmen oder außerhalb Schritt für Schritt operative Expertise aneignen, betont Tietze. Werden die Töchter zunehmend mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut, verschafft ihnen das Respekt.

Lebt der Unternehmer jedoch ein sehr tradiertes Familienmodell und beschränkt sich die Rolle von Ehefrau, Schwester oder Tochter im Unternehmen auf das rein Repräsentative, rät Tietze dringend ab, ihnen die Verantwortung für Frauenförderung zu geben. Das wirke kontraproduktiv.

Folgende Punkte sollten Familienunternehmen laut Tietze beherzigen, um mehr Frauen in Führung zu bringen:

Zehn-Punkte-Plan für mehr Frauen im Management

1. Ziel: Mehr Frauen in die Geschäftsführung

Wer in der ersten Liga mitspielen will, muss auch bei der Frauenquote vorangehen.

2. Mindestens drei Frauen auf Ebene direkt unter der Geschäftsführung

Frauen an der Spitze sollten sichtbar sein. Eine Frau allein wird oft als Quotenfrau und nicht als Expertin wahrgenommen.

3. Mindestens Zweidrittel der Frauen für obere Führungspositionen intern rekrutieren

Das Signal: Frauen aus der Belegschaft können etwas werden. Mögliche Absicherung: Sie werden gezielt durch Mentoren gefördert.

4. Bewusstes Bekenntnis und sichtbare Wahrnehmung

Eine klare, ambitionierte Positionierung in der Frauenfrage setzt Signale nach innen und außen und zieht potenzielle Bewerberinnen an.

5. Jeder Manager hat mindestens eine Vorgabe zur Frauenförderung als Zielvereinbarung

Nur wenn das Thema Frauen direkt auf Beurteilung und Vergütung durchschlägt, wird es ernsthaft angegangen. Nur dann öffnen Männer ihre Netzwerke.

6. Vier der zehn wichtigsten Projekte (mit-)verantworten Frauen

Das macht Frauen als Expertinnen visibel und verschafft ihnen Netzwerke.

7. Jede Konferenz mit weiblichen Fachredner auf dem Podium

Frauen erhalten als Expertinnen Gehör und Respekt.

8. Organisation von Meetings mit Rücksicht auf Familie

Familiäre Verpflichtungen grenzen sonst von Informationen und Entscheidungen aus.

9. Jede Stellenausschreibung gendersensibel formulieren

Männlich konnotierte Begriffe wie „durchsetzungsstark“ schrecken viele Frauen von der Bewerbung ab.

10. Auf den Vorschlagslisten der Headhunter stehen 30 Prozent Frauen

„Wer sucht, der findet“, gilt auch für Personalberater.

Quelle: Marie-Claire Tietze, Senior Managerin bei KMPG und Expertin für Führungskultur und Vielfalt.

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