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31.01.2011

11:49 Uhr

Weltspitze

Frauen im internationalen Management

VonSergey Frank , Alena Friedrich

Handelsblatt Online bietet Ihnen mit der Serie "Weltspitze - wie Deutsche international Erfolg haben" praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Internationalisierungsberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um Frauen im internationalen Management.

Barbara Kux ist als Siemens-Vorstand eine der erfolgreichsten Managerinnen Deutschlands. Quelle: dpa

Barbara Kux ist als Siemens-Vorstand eine der erfolgreichsten Managerinnen Deutschlands.

In den vergangen Monaten haben wir das Thema der Internationalisierung aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Wir diskutierten Themen wie Compliance, die Arbeit in multikulturellen Teams, internationale Marktforschung, Personalsuche weltweit oder auch Public Affairs, und wir hielten Einblick in Gepflogenheiten des Geschäftemachens in unterschiedlichen Ländern der Welt.

Eine unsichtbare Konstante in der Mehrheit dieser Texte war der Bezug auf eine noch immer stark männerorientierte Businesswelt mit einer eher männerorientierten Sichtweise auf geschäftliche Gepflogenheiten. Doch wie agieren eigentlich Frauen in der Businesswelt, vor allem im internationalen Vergleich? Wie sind sie weltweit in Führungspositionen repräsentiert? Wie wird die Geschäftswelt, vor allem auch in Deutschland, in den nächsten Jahrzehnten aussehen, insbesondere was den Männer-Frauen-Anteil in Führungspositionen angeht?

Diese und weitere Fragen wollen wir versuchen, in den nächsten zwei Artikeln dieser Kolumne zu beantworten. Dabei soll dieser Teil vor allem dazu dienen, die Rolle weiblicher Führungskräfte in Deutschland und in anderen Ländern näher zu beleuchten. Denn tatsächlich gibt es weltweit große Unterschiede, was die Präsenz und Akzeptanz von Frauen im Geschäftsleben angeht. Während hierzulande der Anteil von Frauen in Top-Positionen noch sehr gering ist, sind weibliche Führungskräfte in anderen Ländern bereits fester und unabdingbarer Bestandteil des Geschäftslebens. Und auch viele Marketing- und Beratungsgesellschaften, aber auch zahlreiche kreative Unternehmen haben bereits jetzt einen hohen Anteil an Frauen in Managementpositionen und in der Partnerschaft.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Eine zunehmende öffentliche Thematisierung weiblicher Führungsrollen sowie ein sich immer stärker abzeichnender Trend eines steigenden Frauenanteils in deutschen und anderen westlich orientierten Unternehmen führen dazu, dass auch in Deutschland Konzepte wie Frauenquoten, Frauenstudiengänge oder Frauenkarrierekurse inzwischen umfassend medial diskutiert werden. Einige, vor allem auch global agierende Großkonzerne tragen dieser Entwicklung bereits jetzt Rechnung. Sie erleichtern ihren weiblichen Mitarbeiterinnen den Zugang in die oberen Unternehmensetagen, indem sie unter anderem die betriebliche Infrastruktur in Sachen Kinderbetreuung verbessern und alternative Zeitarbeitsmodelle bereitstellen.

Diese überaus positiven Beispiele sind gegenwärtig jedoch eher die Ausnahme. Beim Thema „Frauen in Managementpositionen“ hört man noch oft vom Phänomen der „Glasdecke“ („glass ceiling“), d.h. einem unsichtbaren Hindernis auf dem Weg nach oben. Denn trotz einer oftmals hervorragenden Ausbildung und beruflichen Motivation ist Frauen der Weg an die Unternehmensspitze heute häufig noch verwehrt.

Laut DIW Berlin lag der Anteil von Frauen in Führungsebenen in den 200 größten deutschen Unternehmen im letzten Jahr bei weit unter 10%. In den Top-100-Unternehmen lag er sogar bei unter einem Prozent. Dieser Trend zeigt sich auch in Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens: Je größer das Unternehmen, desto geringer der Anteil weiblicher Führungskräfte.

Außerdem ist die Branche, in der die Firma tätig ist, ausschlaggebend. So ist der Frauenanteil im Finanzbereich höher als im industriellen Sektor. Während in jeder achten großen Bank oder Versicherung eine Frau im Vorstand sitzt, ist dies gerade einmal in jedem fünfundzwanzigsten der 100 größten Wirtschaftsunternehmen der Fall.

Der internationale Vergleich

Interessanterweise stellt sich diese Situation nicht überall so dar. In skandinavischen Ländern beispielsweise oder auch in den USA sitzen bedeutend mehr Frauen in den Vorständen großer Unternehmen als in Deutschland. Aufgrund einer im Jahre 2008 eingeführten Frauenquote liegt der Frauenanteil in norwegischen Aufsichtsräten inzwischen bei 40%, in Schweden bei über 25%. Auch Staaten, die auf einer anglo-amerikanischen Kultur basieren, haben generell einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen. Und anders als in der Bundesrepublik sind Frauen in Top- und oberen Managementpositionen auch in eher patriarchalisch geprägten Ländern wie Russland weitaus häufiger anzutreffen.

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