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25.01.2010

09:54 Uhr

Weltspitze

Herausforderung Management – Erfolg und Verantwortung

VonSergey Frank , Michael Mertin

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der Serie „Weltspitze – wie Deutsche international Erfolg haben“ praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um Erfolg und Verantwortung in Technologieunternehmen.

Jenoptik-Chef Michael Mertin betont, worauf es bei Technologieunternehen ankommt. Quelle: ap

Jenoptik-Chef Michael Mertin betont, worauf es bei Technologieunternehen ankommt.

Wir alle fordern eine bessere Ausbildung für unsere Kinder und Jugendlichen. Doch welche Ausbildung sollten eigentlich unsere Manager haben? Was macht einen guten Manager aus? Muss er vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse besitzen, um virtuos mit Zahlen und kaufmännischen Details des Unternehmens umgehen zu können? Oder ist es wichtiger, dass ein Manager technischer Spezialist ist und auf der Basis eines Fachstudiums oder als Naturwissenschaftler technisch fundierte Entscheidungen für oder gegen die Entwicklung einzelner Produkte treffen kann? Es gibt keine eindeutige Antwort und auch kein Patentrezept.

Auch ein Blick auf deutsche Managerkarrieren beantwortet die Frage nicht eindeutig. Fast die Hälfte der Vorstandsvorsitzenden von DAX-Unternehmen sind ausgebildete Ingenieure, 17 Prozent haben ein (betriebs-)wirtschaftliches Studium absolviert. Bei den MDAX-Unternehmen stellt sich die Situation umgekehrt dar: hier sind die Betriebswirte in der Überzahl. Eine einfache Stichprobe, die zeigt: einen Königsweg zum Manager gibt es nicht.

Man sollte daher fragen: Was macht einen Manager eigentlich aus? Manager sind vor allem Dienstleister für die drei Interessensgruppen eines Unternehmens: die Aktionäre, die Mitarbeiter und die Kunden. Nachhaltigkeit kann in Unternehmen nur gesichert werden, wenn ein respektvoller Umgang mit dem Eigentum der Aktionäre stattfindet. Dienstleister am Mitarbeiter zu sein, bedeutet, sie aktiv zu führen und zu entwickeln. Hierzu gehört auch die schnelle und konsequente Umsetzung von Entscheidungen, selbst wenn diese manchmal unangenehm sind. Allem voran steht jedoch der Mehrwert für den Kunden. Nur durch einen signifikanten Mehrwert und ein entsprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidet sich der Kunde für das Produkt und sichert so Umsatz und Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Damit ist auch eine nachhaltige Zukunft des Unternehmens im Sinne der Aktionäre gewährleistet.

Im Folgenden betrachten wir die Frage der Managerqualifikation aus der Sicht eines Technologiekonzerns etwas näher.

Um komplexe Aufgaben zu lösen, brauchen Manager in derartigen Unternehmen zwei Fähigkeiten: Sie müssen Prozesse und Erfolge messen, optimieren und in Zahlen überführen – so, wie es Betriebswirte lernen. Gleichzeitig helfen die (technischen) Fertigkeiten eines Ingenieurs, Probleme anzugehen und Lösungen zu erarbeiten. Schlussendlich sollte ein Manager auch Naturwissenschaftler sein, um mit dem Wissen über das grundsätzlich Machbare das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren. Denn: Manager sind weder Zahlen noch Produkten bzw. Technologien ausschließlich verpflichtet.

Ein Manager sollte mit Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen arbeiten sowie gleichermaßen eine Technologie-/ Produkt-Roadmap verstehen und analysieren können. Nur so kann man gewährleisten, dass die Konsequenzen einer Entscheidung bereits im Vorfeld weitgehend überblickt werden. Und genau das macht einen erfolgreichen und verantwortungsvollen Manager aus: Die Konsequenzen seines Handelns und seiner Entscheidungen in allen Facetten erkennen zu können.

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