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11.01.2010

10:01 Uhr

Weltspitze

Neue Russische Konglomerate – Champions von morgen?

VonSergey Frank , Andrey Zverev

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der Serie "Weltspitze - wie Deutsche international Erfolg haben" praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um Russland.

Russland besteht aus mehr als Gaskonzernen. Quelle: ap

Russland besteht aus mehr als Gaskonzernen.

Vor einigen Wochen haben wir begonnen, die Wachstumsmärkte zum Thema "Risiken beim Unternehmenskauf" im Detail zu analysieren. Heute führen wir das Thema weiter und beschäftigen uns mit Wachstumschancen in solchen Märkten, speziell am Beispiel Russlands. Denn hier bestehen neue Marktchancen zu einem Zeitpunkt, wo etablierte Märkte zumindest stagnieren.

Neue Perspektiven, die trotz oder gerade wegen der Finanzkrise entstehen, sind in solchen Zeiten doppelt interessant. Die Finanzkrise hat die meisten Schwellenländer wie Russland empfindlich getroffen. Wie bereits in einem früheren Artikel beschrieben, prognostiziert die Studie "Global Megatrends 2009" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young jedoch, dass das mittel- und langfristige Wachstum der Weltwirtschaft gerade von diesen Ländern getragen wird. "The accelerating shift of power from the west to the east" wird als erster von sieben globalen Megatrends genannt. Daher wird man an Osteuropa und vor allem Russland nicht vorbeikommen. Die Petro-Dollars der Boom-Phase vor 2008 haben insbesondere Russland ermöglicht, Währungsreserven von knapp 600 Mrd. USD zu akkumulieren. Sie stehen jetzt für Konjunkturmaßnahmen zur Verfügung.

Neue Gazproms?

Jeder in Deutschland kennt das Unternehmen Gazprom - nicht nur als Sponsor von Schalke 04, sondern vor allem aufgrund ihrer verschiedenen anderen Aktivitäten. Neben Gazprom entstehen jedoch auch andere Riesenkonzerne. Die meisten davon, bis auf Olympstroy, befinden sich jedoch noch im Prozess der Neubildung. Es ist davon auszugehen, dass sie in naher Zukunft eine ebenso signifikante Rolle in ihren Geschäftsfeldern spielen werden, wie die Gazprom es bereits seit vielen Jahren tut. Wenn man sich dessen bewusst ist, erkennt man leicht die vielfachen Kooperationsmöglichkeiten, die sich mit diesen Unternehmen ergeben können.

Die wichtigste Frage im heutigen Russland dreht sich um die Transformation hin zu einer innovativeren Wirtschaftsform. Jedoch bedarf es dafür einer Umstrukturierung der russischen Wirtschaft. Ein mögliches Mittel ist die Bildung von Mega-Unternehmen, die sowohl wirtschaftlich sehr aktiv sind als auch finanzielle Ressourcen durch die Staatsregierung einschließen. Solche neuen Konglomerate nennt man "Staatsunternehmen".

Diese innovativen Großunternehmen ermöglichen es der Staatsökonomie, nun auch jenseits der vorherigen Wirtschaftstypen, die vor allem auf Erdöl und Erdgas basierten, verstärkt tätig zu werden. Größe und finanzielle Ausstattung befähigen sie, Synergien bestmöglich auszunutzen und nachhaltig ihrem Kerngeschäft nachzugehen. Dazu gehören vor allem Kernenergie, Nanotechnologie, Biotechnologie und Medizintechnik.

Ausgestattet mit erfahrenem Fachpersonal, beachtlichen finanziellen Ressourcen und anderen wertvollen Assets versuchen diese Unternehmen, sich noch stärker auf dem heimischen, aber auch internationalen Markt zu etablieren. In diesem Zusammenhang suchen sie nach vielfältigen Kooperationen mit westlichen Unternehmen (z.B. Kauf, Verkauf von Produkten und/oder Dienstleistungen, anderweitige Formen der Zusammenarbeit). Insbesondere deutsche Unternehmen gehören aufgrund ihrer Reputation zu den bevorzugten Partnern.

Kommentare (1)

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Zophopas

11.01.2010, 17:46 Uhr

Solche Konzerne sollten sich nicht mehr so sehr auf Erdöl und Gas konzentrieren und schon gar nicht auf Kernenergie, viel eher auf Erneuerbare Energien

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