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26.07.2011

13:59 Uhr

Werbepartner in Schwierigkeiten

Lauda - der Kontraindikator

VonAlexander Möthe

Die Kappe des ehemaligen Formel-Eins-Fahrers ziert stets ein Werbelogo. Doch als läge ein Fluch darauf: Die so herausgestellten Unternehmen geraten regelmäßig in Schwierigkeiten.

DüsseldorfNiki Lauda bekommt immer einen auf die Mütze. Genauer gesagt, auf die Kappe. Die Rede ist von Sponsoren, die gutes Geld dafür bezahlen, dass der ehemalige Formel-1-Weltmeister und jetzige TV-Experte deren Schriftzug spazieren trägt. Fast unheimlich mutet es an, dass Laudas Werbepartner regelmäßig in Schwierigkeiten geraten. So nun auch der aktuelle Sponsor, der liechtensteinische Finanzkonzern Money Service Group.

Auf etwa eine Million Euro jährlich soll sich das Engagement der Gruppe belaufen haben – eine Summe, für die der Ex-Rennfahrer sein Markenzeichen, die rote Schirmmütze, gegen eine Kappe in der Unternehmensfarbe Dunkelblau tauschte. In den vergangenen Wochen blieben die Zahlungen jedoch aus. Nicht nur bei Lauda, sondern auch bei zahlreichen Anlegern. Für die Finanzaufsicht Grund genug, Hausdurchsuchungen und ein Betrugsverfahren einzuleiten. Für Unternehmer Lauda Grund genug, den Vertrag per sofort zu kündigen.

Auffällig ist jedoch, dass der Österreicher, der sein Geld seit Jahrzehnten vor allem als Airline-Inhaber verdient, seinen Werbepartnern alles andere als Glück bringt. Seit seinem schweren Unfall am Nürburgring 1976, der sich am 1. August zum 35. Mal jährt, trägt Lauda die Kappe, nach eigener Aussage, um sich vor den Blicken der Leute zu schützen. Schon 1977 trat der italienische Molkereibetrieb Parmalat an den damals noch aktiven Fahrer heran, um sich die prominente Werbefläche zu sichern. 100.000 Schilling pro Jahr soll Lauda damals dafür kassiert haben.

Die Partnerschaft hält bis 2002 – Lauda, mittlerweile TV-Experte und an Renntagen einem Millionenpublikum präsent, schaffte unbewusst, aber gerade rechtzeitig den Absprung. Anfang 2003 zeichneten sich bei Parmalat Zahlungsschwierigkeiten ab. Was folgte, entwickelte sich zu einem der größten Finanzskandale Europas. Fehlbeträge im zweistelligen Milliardenbereich zogen letztlich sogar Großbanken in das Verfahren hinein.

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