Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2016

09:10 Uhr

Werksferien

Konzerne machen Schluss mit Zwangsurlaub

Beim Begriff Werksferien drängt sich das Bild von menschenleeren Fabrikhallen und ausgestorbenen Parkplätzen auf. Tatsächlich schicken vor allem größere Konzerne kaum noch die komplette Belegschaft in Urlaub.

Beim Autohersteller wird die Produktion schon seit Jahren nicht mehr im Sommer gestoppt. dpa

Keine Ferien bei Daimler

Beim Autohersteller wird die Produktion schon seit Jahren nicht mehr im Sommer gestoppt.

Wolfsburg/StuttgartDrei Wochen frei am Stück – so mancher Arbeitnehmer muss dafür insbesondere in der Hauptferienzeit hart mit seinem Chef kämpfen. Gerade in der Autoproduktion, wo es noch die klassischen Werksferien gibt, werden Mitarbeiter vielerorts auch unfreiwillig solange in die Ferien geschickt. Doch trotz der Werksferien sind nicht alle Fabriken menschenleer.

Bei Volkswagen sind die Mitarbeiter in fast allen niedersächsischen Werken erst dieser Tage aus der dreiwöchigen Auszeit zurückgekehrt. Nur in Osnabrück dauern die Werksferien noch bis Ende Juli. Im Motorenwerk in Chemnitz in Sachsen sowie im Presswerk in Zwickau zeigt der Autobauer genau wie im hessischen Kassel einen mehrwöchigen „Urlaubskorridor“ an, sagt ein Sprecher. Innerhalb dieser Zeit soll der Haupturlaub von drei Wochen genommen werden. Ganz ausgestorben ist die Produktion an den Standorten allerdings nicht: In Wolfsburg etwa werde mit reduzierten Schichten, mit Mitarbeitern, die keinen Urlaub nehmen wollen, und Ferienjobbern weitergearbeitet, sagte ein Sprecher.

Erfolg nach neuen Management-Regeln: Die verrücktesten Firmen der Welt

Erfolg nach neuen Management-Regeln

Premium Die verrücktesten Firmen der Welt

Oben wird entschieden, unten ausgeführt: Mit dieser Strategie kommen Unternehmen nicht mehr weit, starre Hierarchien haben ausgedient. Wie Firmen ohne Chef auskommen – und warum Uber und Walmart an ihre Grenzen stoßen.

Auch bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm sind die Auszeiten aufgeweicht. In Ingolstadt sei im August wegen der guten Auftragslage nur eine leicht abgesenkte Produktion mit dem Betriebsrat vereinbart worden, sagte eine Sprecherin. Dort werden etwa 80 Prozent der normalen Kapazität am Tag produziert. Die freie Zeit wird für Instandhaltung und Umbaumaßnahmen genutzt. Ähnlich sieht es in Neckarsulm aus. Dort wird der A4 über drei Wochen im August nur in der Frühschicht produziert. Während in Ingolstadt Ferienjobber eingesetzt werden, braucht es in Neckarsulm keine zusätzlichen Helfer, damit Teile der Stammbelegschaft in Urlaub fahren können.

Nur bei der VW-Tochter Porsche ruht die Produktion für drei Wochen komplett. Seit dem 18. Juli werden in Leipzig keine Autos mehr zusammengeschraubt, vom 1. August stehen die Bänder am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen still. Die Zeit werde für Instandhaltungsarbeiten genutzt, sagte ein Sprecher.

In den Werken des bayerischen Autobauers BMW ruht die Produktion an den meisten Standorten für etwa zwei Wochen. In Leipzig arbeiten die Beschäftigten schon seit Mitte Juli wieder. Die bayerischen Produktionsstätten machen analog zu den dortigen Schulferien im August dicht. In BMWs Motorradwerk in Berlin wird die Produktion wegen Umbau, Inventur und Instandhaltung sogar für vier Wochen bis Mitte August unterbrochen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×