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28.06.2013

16:01 Uhr

Werkstattkette in der Krise

Früherer Sixt-Vorstand wird neuer Chef bei ATU

Ein neuer Chef soll für die kriselnde Werkstattkette die Wende bringen. Hans-Norbert Topp, der früher bei Sixt arbeitete, will sich besonders auf das Online-Geschäft konzentrieren.

Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger kriselt. Ein neuer Chef soll es nun richten. ap

Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger kriselt. Ein neuer Chef soll es nun richten.

FrankfurtMit einem neuen Chef für ATU will der Finanzinvestor KKR das Ruder bei der angeschlagenen Werkstattkette noch einmal herumreißen. Der frühere Sixt-Vertriebsvorstand Hans-Norbert Topp löste am Freitag mit sofortiger Wirkung den seit zwei Jahren amtierenden Geschäftsführer Manfred Ries ab, wie ATU mitteilte. Er setzt vor allem auf das Online-Geschäft und Flottenmanagement. „Der saisonalen Schwankungsanfälligkeit werden wir durch Erschließung neuer Wachstumsfelder begegnen“, schrieb Topp in einem Brief an die 12.000 Mitarbeiter der Firma aus Weiden in der Oberpfalz. Er erwarte, dass künftig mehr große Unternehmen ihre Firmenwagen in die 600 Werkstätten von ATU schickten. Darin lägen große unerschlossene Wachstumspotenziale.

Zugleich berief ATU einen ausgewiesenen Sanierer in die Geschäftsführung. Der Insolvenzanwalt Detlef Specovius aus der badischen Kanzlei Schultze & Braun soll sich vordringlich um die Refinanzierung einer rund 600 Millionen Euro schweren Anleihe bemühen, die im Mai 2014 fällig wird. Die Entwicklung eines Finanzierungskonzeptes gemeinsam mit KKR stehe an erster Stelle, heißt es in Topps Brief.

Der 51-Jährige hatte Sixt 2009 nach fünf Jahren verlassen und war seither als Berater unterwegs. „Unsere Aufgabe ist es, die Liquidität von ATU zu sichern und unser Geschäft wetterunabhängig zu machen.“ Die für Vertrieb und Einkauf zuständigen ATU-Geschäftsführer Christian Sailer und Christian Schmitz sollen als Prokuristen weitermachen.

„Ich sehe die Neubesetzung als positives Signal“, sagte der Deutschland-Chef von KKR, Johannes Huth, der Nachrichtenagentur Reuters. ATU ist einer der größten Problemfälle des Investors in Deutschland. KKR hatte vor fünf Jahren schon einmal mehr als 100 Millionen Euro Liquidität nachgeschossen. Nun fordern die Fremdkapitalgeber laut Finanzkreisen erneut einen dreistelligen Millionenbetrag an frischem Eigenkapital für ATU. Nach Informationen des Handelsblatts ist das Eigenkapital auf sieben Millionen Euro zusammengeschmolzen. KKR hatte im Frühjahr die Investmentbank J.P. Morgan beauftragt, Optionen für ATU auszuloten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MMM

28.06.2013, 16:31 Uhr

große Panik auf der Titanic, haha
wieder mal ein aufgescheuchter Finanzinvestor, der zu seiner Verwunderung feststellen muß, dass der Markt die Sanierung doch nicht immer übernimmt. Aber nein es ist normalerweise ja auch nicht der Markt, es sind die praxiserfahrenen und krisenerprobten PE Mitarbeiter

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