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23.03.2012

15:17 Uhr

Willi Verhuven

Alltours-Chef fährt Polizisten über den Haufen

VonTobias Döring

Unternehmenschefs haben gewöhnlich wenig Zeit. Willi Verhuven aber hatte es allzu eilig: Er soll einen Polizisten angefahren und liegen lassen haben. Der Alltours-Chef entgegnet, der Mann sei ihm aufs Auto gesprungen.

Alltours-Chef Willi Verhuven soll einen Polizisten angefahren haben. dpa

Alltours-Chef Willi Verhuven soll einen Polizisten angefahren haben.

Düsseldorf/DuisburgWilli Verhuven hat mächtig Ärger mit der Polizei. Dem Chef des Reiseunternehmens Alltours wird vorgeworfen, am Mittwoch in Duisburg einen Polizisten angefahren zu haben. Der 61-jährige Firmengründer war auf dem Weg zur Alltours-Zentrale im Duisburger Innenhafen. 50 Meter vor dem Bürogebäude sperrte ein Motorradpolizist die Straße für eine Kundgebung der Gewerkschaft Verdi ab. Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streikten. Doch das passte Verhuven nicht.

Nach einem kurzen Wortgefecht gab der Unternehmer Gas. Der Motorradpolizist landete auf der Motorhaube von Verhuvens Mercedes. Der 46-Jährige hielt sich noch am Scheibenwischer fest und stürzte dann zu Boden. Er erlitt eine Knieverletzung und ist vorerst dienstunfähig, auch sein Motorrad wurde ramponiert. Verhuven fuhr weiter ins Büro, ohne sich um den verletzten Ordnungshüter zu kümmern. Soweit die Schilderung der Polizei.

Verhuven sieht das ganz anders. Er selbst sagt aber nichts und schickt seinen Sprecher vor. „Uns liegen übereinstimmende Zeugenaussagen vor, die berichten, dass der Polizist nicht angefahren wurde“, sagte Alltours-Sprecher Stefan Suska zu Handelsblatt Online.

Der Polizist sei hingegen auf das Auto gesprungen, er habe nach Aussage der Zeugen „mutwillig den Scheibenwischer zerstört und auf das Auto eingeschlagen“. Verhuven sei nicht geflohen. Vielmehr habe er mit dem Ordnungshüter gesprochen und ihn mehrmals nach seinem Namen gefragt. „Der Polizist wirkte für die Zeugen unverletzt“, sagte der Alltours-Sprecher.

„Wir haben die Alltours-Pressestelle gebeten, uns die Namen der Zeugen weiterzuleiten“, sagte Ramon van der Maat, Sprecher der Polizei Duisburg, zu Handelsblatt Online. Die Aussagen sollten in einem möglichen Ermittlungsverfahren verwertet werden. Eine Zeugin hat die Polizei am Donnerstag bereits verhört. Auch Verdi hat sich eingeschaltet. Die Gewerkschaft sucht Zeugen, die die Szene gefilmt haben sollen. „Wir sammeln jetzt die Zeugenaussagen und legen das Ergebnis der Staatsanwaltschaft vor“, sagte van der Maat.

Kommentare (19)

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MikeM

23.03.2012, 14:07 Uhr

Nein, im Falle einer Verurteilung droht ihm kein Bußgeld, sondern mindestens eine Geldstrafe. Im Übrigen wird er keine Chance haben, seine (mögliche) Unschuld zu beweisen. Denn wer einen Polizisten verletzt, wird hierzulande fertig gemacht. Verletzt oder tötet ein Polizist dagegen einen Bürger, ist es Notwehr. Siehe Fall vor ein paar Tagen. Es grüßt der Polizeistaat.

sven

23.03.2012, 14:16 Uhr

Wie kann man so einen Mist schreiben - wenns dir nicht gefällt wander doch aus... Vlt. nach Russland oder in den Südamerikanischen Raum... Da gibt es fast gar keine "Polizeigewalt" - SPINNER!!!!!

MikeM

23.03.2012, 14:17 Uhr

Schon der Titel "Alltours-Chef fährt Polizisten über den Haufen" ist tendenziös. Es ist doch gar nicht gesichert, dass der Mann den Polizisten umgefahren hat. Dennoch wird es hier gleich als gegeben dargestellt!

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