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22.01.2015

09:59 Uhr

Windenergiekonzern will aufatmen

Suzlon verkauft Tochter an Investmentfonds

Mit Senvion war der indische Konzern Suzlon bisher in Hamburg als deutscher Repräsentanz aktiv – doch das Geschäft belastete den Konzern wohl eher, als dass es ihm nützte. Nun verkauft er das Unternehmen an Investoren.

Sie stecken in der Krise und wollen Ballast los werden: Suzlon, hier vertreten durch Vorstandschef Tulsi Tanti. Reuters

Sie stecken in der Krise und wollen Ballast los werden: Suzlon, hier vertreten durch Vorstandschef Tulsi Tanti.

Pune/ HamburgDer indische Windenergiekonzern Suzlon verkauft seine deutsche Tochter Senvion an einen US-Investmentfonds und verschafft sich damit Luft im Überlebenskampf. Das Hamburger Unternehmen soll für eine Milliarde Euro noch vor Ende März an den Investmentfonds Centerbridge gehen, wie Suzlon am Mittwoch mitteilte. Sollten die Geschäfte gut laufen, erhielten die Inder weitere 50 Millionen Euro. Die Behörden müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Im vergangenen Jahr kauften die US-Amerikaner unter anderem die deutsche Autowerkstatt-Kette ATU, deren Chef nach der Übernahme umfangreiche Stellenstreichungen ankündigte.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

Suzlon steckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Der Konzern ist hoch verschuldet und konnte 2012 eine Anleihe über 209 Millionen US-Dollar nicht zurückzahlen. Seitdem kämpft das Unternehmen ums Überleben. Suzlon-Chef Tulsi Tanti kündigte an, das Geld aus dem Senvion-Verkauf für die Schuldentilgung zu verwenden. Das Unternehmen hatte die Hamburger Firma erst 2009 in einer regelrechten Bieterschlacht übernommen und von RePower Systems in Senvion umbenannt.

Von

dpa

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