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20.11.2012

13:11 Uhr

Wirtschaft und Schule

Zu viele Jugendliche in der Warteschleife

VonStefani Hergert

Wenn Konzerne über Fachkräftemangel klagen und gleichzeitig viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sind, läuft etwas schief. Die Wirtschaft muss sich für das Potential der Hauptschüler einsetzen.

Jugendliche sollten die Arbeitswelt früh kennenlernen. dpa

Jugendliche sollten die Arbeitswelt früh kennenlernen.

BerlinDa war sie dahin, die Illusion von der unglaublich niedrigen Jugendarbeitslosigkeit. Wie kann es denn bitte auch sein, dass Deutschlands Schüler bei Bildungstests wie Pisa nicht gut abschneiden, aber dennoch so leicht ins Berufsleben finden sollen? „Es liegt daran, dass wir nicht ordentlich zählen“, beantwortete Ties Rabe (SPD), Hamburgs Schulsenator und Präsident der Kultusministerkonferenz, gestern auf dem Handelsblatt-Kongress „Wirtschaft und Schule“ seine eigene Frage.

Er hat im Stadtstaat mal nachgezählt: Fast 25 Prozent fänden direkt nach der zehnten Klasse keinen Ausbildungsplatz. Viele „gurken in Übergangsmaßnahmen herum“, wie es Rabe nennt, die „häufig zu Recht als Warteschleifen“ gelten würden. Offiziell arbeitslos sind sie damit nicht. „Die meisten Schüler haben von der Berufswelt schlicht keine Ahnung“, sagte Rabe. Auch deshalb ist es wichtig, dass Wirtschaft und Schule stärker zusammenarbeiten und die Berufsorientierung in den Schulen wichtiger nehmen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt drückte es auf dem Kongress zwar etwas milder aus, meint aber dasselbe: „Jugendliche müssen auch in der Praxis lernen.“ Schon heute gibt es etliche Initiativen von Unternehmen, Stiftungen und Wirtschaftsverbänden, die dort ansetzen, wo die Schwachstellen des Schulsystems sichtbar werden: Sie helfen Schülern aus sozial benachteiligten Familien, die im Schulsystem weniger Chancen haben, sie zeigen Jugendlichen, was das echte Berufsleben für sie bereithält, und sie bessern die Wirtschaftskenntnisse der Schüler auf.

Doch wenn es um die Aufstiegschancen junger Menschen geht, reicht das nicht. An Haupt- und Realschulen müssten sich die Unternehmen mehr engagieren, sagen 600 Deutsche, die das Handelsblatt mit der Vodafone Stiftung und der Stiftung neue Verantwortung befragt hat. An diesen Schulen lernen die künftigen Auszubildenden und viele Jugendliche, die offenbar für eine Ausbildung noch nicht reif sind, die die Wirtschaft aber nicht verlieren darf.

Zwei Drittel der Befragten sagen allerdings, dass das Engagement ihres Unternehmens an Haupt- und Realschulen gering oder gar nicht vorhanden ist. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, gibt aber doch einen ersten Einblick, was Mitarbeiter sich in puncto Engagement von ihrem Unternehmen wünschen. Während viele Unternehmen klagen, dass sie Ausbildungsplätze nicht besetzen können, hängen aktuell 270.000 Jugendliche in den Warteschleifen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.11.2012, 13:39 Uhr

Solange Arbeitgeber immer nur darauf schauen ob Abitur draufsteht muss man sich nicht wundern. Auch die anderen können sehr viel man muss sie nur lassen.

Account gelöscht!

20.11.2012, 13:45 Uhr

Auch als Hauptschüler kann man viel erreichen! Der Aufstieg ist IMMER möglich, wenn man sich nur engagiert. In meinem Bekanntenkreis kenne ich zahlreiche Beispiele ... auch von Gymnasiasten die Ihr Studium abgebrochen haben und nun von Hartz 4 leben. Menschen entwickeln sich... mal positiv, mal negativ.

Seee

21.11.2012, 22:18 Uhr

Mir fleiß und ehrgeiz kann man es schaffen.
Mein Weg

Hauptschule (in Bayern)
Ausbildung zum Elektroniker
Techniker Schule

Seit 10 Jahre Techniker und das mit 32





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