Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2014

17:27 Uhr

Wirtschaftsforum in St. Petersburg

Deutsche Topmanager reisen zu Putins Gipfel

Eon-Chef Teyssen kommt und auch der Metro-Vorstandsvorsitzende Koch gibt sich die Ehre: Nächste Woche wollen die Dax-Konzernchefs zu Putins Wirtschaftsforum in St. Petersburg reisen – obwohl das Weiße Haus davon abrät.

Reist nach St. Petersburg: Für Eon-Chef Johannes Teyssen ist das Russland-Geschäft besonders wichtig. dpa

Reist nach St. Petersburg: Für Eon-Chef Johannes Teyssen ist das Russland-Geschäft besonders wichtig.

DüsseldorfIn zehn Tagen beginnt in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum – die russische Antwort auf das Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch schon heute schlägt die Teilnehmerliste hohe Wellen: Eine Riege deutscher Topmanager nimmt nach einem Bericht von „Spiegel Online“ teil. Und das entgegen Empfehlungen aus dem Weißen Haus.

Es wäre „eine unangemessene Botschaft, wenn die wichtigsten Geschäftsleute nach Russland reisen, um bei solchen Ereignissen hochkarätige Auftritte mit russischen Regierungsvertretern zu haben“, hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärt. Die Chefs der Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, des Limonaden-Konzerns Pepsico und des Ölunternehmens Conoco-Phillips sagten ihre Teilnahme mittlerweile ebenso ab wie Klaus Kleinfeld, der deutsche Chef des Aluminiumherstellers Alcoa.

Ganz im Gegensatz dazu ihre deutschen Kollegen: Eon-Chef Johannes Teyssen, der Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch und der Öl- und Gasvorstand des weltgrößten Chemieunternehmens BASF, Harald Schwager, haben gegenüber „Spiegel Online“ bestätigt, nach St. Petersburg zu reisen. Die drei stehen auch auf der offiziellen Teilnehmerliste.

Daimler schickt seinen Russland-Chef, sponsert die Konferenz und wird den Limousinenservice für die Teilnehmer stellen. „Wir bleiben dabei“, sagte ein Konzernsprecher dem Bericht zufolge. „Wir glauben, dass solche dialogorientierten Veranstaltungen gerade in Zeiten wie diesen sinnvoll sind.“ Auch Hubertus von Grünberg, der deutsche Verwaltungsratschefs des Schweizer Elektronikkonzerns ABB, Hans-Paul Bürkner, der deutsche Chairman von Boston Consulting, der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel, Wintershall-Russland-Chef Mario Mehren und Klaus Mangold, seines Zeichens Aufsichtsratschef bei Tui und ehemaliger Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, nehmen laut „Spiegel Online“ teil.

Natürlich wird auch Wladimir Putin zum Gipfel in seiner Heimatstadt erwartet. Für kommenden Freitag ist eine große Rede des russischen Präsidenten geplant. Wenn dann die deutschen Topmanager in der ersten Reihe sitzen, könnte erneut eine Diskussion über die Angemessenheit ihres Besuchs entflammen – wie nach dem Besuch von Siemens-Chef Kaeser bei Putin.

Von der Bundesregierung gibt es unterdessen keine klare Aussage wie aus dem Weißen Haus: „Wir geben keine Empfehlungen ab zum St. Petersburger Forum“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums „Spiegel Online“.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.05.2014, 17:58 Uhr

Zitat : Deutsche Topmanager reisen zu Putins Gipfel


- Der Rubel muß weiter rollen !

.

Account gelöscht!

12.05.2014, 18:09 Uhr

"Nächste Woche wollen die Dax-Konzernchefs zu Putins Wirtschaftsforum in St. Petersburg reisen – obwohl das Weiße Haus davon abrät."

Naja, wenn das Weiße Haus abrät, ist das ja mittlerrweile leider eher ein Kontraindikator, es erst recht zu machen. Den Rest von Glaubwürdigkeit der USA, für universale Werte zu stehen, haben die Falschgelddrucker & Doppelstandardverfechter mit ihrer intransparenten, spalterischen & konliktfördernden Einmischung in der Ukraine verspielt. Schade. Bleibt zu hoffen, dass sie sich bald wieder einkriegen.

Account gelöscht!

12.05.2014, 18:18 Uhr

Ich bin ausgesprochen stolz, dass wir diese kompetenten Männder als Repräsentanten der deutschen Wirtschaft haben. Und ich weiß, solange noch so viel Sachverstand an der Spitze unserer Firmen vorhanden ist, ist unser Wohlstand gesichert.

Danke, ich bin stolz auf unsere Wirtschaftsbosse

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×