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12.01.2010

12:11 Uhr

Wirtschaftskriminalität

Gauner machen deutschem Mittelstand zu schaffen

Wirtschaftskriminalität wird für deutsche Unternehmen immer mehr zum Problem. Mehr als jede dritte mittelständische Firma ist davon betroffen, so das Ergebnis einer Studie. Das Problembewusstsein sei allerdings noch zu gering: Viele Chefs setzten zu sehr auf Vertrauen. Dabei hätten es Betrüger durch neue Techniken wie den USB-Stick immer leichter.

USB-Stick: "Selbst die komplexesten Konstruktionspläne passen heutzutage in jede Westentasche". gms

USB-Stick: "Selbst die komplexesten Konstruktionspläne passen heutzutage in jede Westentasche".

HB DÜSSELDORF. Wirtschaftskriminalität verursacht allein in Deutschland jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Bei jedem dritten mittelständischen Unternehmen (37 Prozent) wurden in den vergangenen Jahren laut Umfrage Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse oder Schutz- und Urheberrechte verletzt. Vor drei Jahren war es noch gut jede vierte Firma (26 Prozent).

Die ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Unernehmensberatung KPMG. Immer öfter wird dabei vor allem das Internet genutzt. Dennoch unterschätzen der Befragung zufolge gerade mittelständische Betriebe die Gefahr, Opfer von Wirtschaftskriminellen zu werden.

Mehr als die Hälfte von ihnen glaubt demnach, dafür weniger anfällig zu sein als Großunternehmen. Inhaber- oder familiengeführte Unternehmen setzten bei ihren Mitarbeitern auf das Vertrauensprinzip und machten sich damit angreifbar, sagte Frank Hülsberg, KPMG-Leiter des Bereichs Forensic. Grundlegende Kontrollmechanismen wie Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip würden oft vernachlässigt.

Gerade in Krisenzeiten blühe das Geschäft mit dem Verkauf sensibler Informationen an Wettbewerber oder Kriminelle, sagte Hülsberg. „Heutzutage passen selbst die komplexesten Konstruktionspläne auf einen USB-Stick und damit in jede Westentasche“. Datendiebstahl und Industriespionage würden zum Kinderspiel werden, wenn die Kontrollen versagten.

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