Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2013

03:47 Uhr

Wirtschaftsprüfer

KPMG-Partner fliegt mit Insider-Tipps auf

KPMG hat einen ihrer Partner gefeuert. Er soll als Wirtschaftsprüfer für den US-Schuhhersteller Skechers jahrelang Insider-Informationen verkauft haben.

Ein Insider-Skandal belastet den Ruf von KPMG - das Unternehmen feuerte einen Partner. ap

Ein Insider-Skandal belastet den Ruf von KPMG - das Unternehmen feuerte einen Partner.

New YorkDie Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG wird von einer Insider-Handelsaffäre erschüttert. Der KPMG-Partner Scott London in Los Angeles habe offenbar Informationen an eine dritte Person weitergegeben, die diese dann zu Aktiengeschäften genutzt habe, teilte KPMG mit. Von dem Partner habe man sich inzwischen getrennt und die Mandate der zwei betroffenen Firmen zurückgegeben. Es handelt sich um den Schuhhersteller Skechers und den Diätmittel-Anbieter Herbalife.

„Wir haben keinen Grund zur Annahme, dass es in den Finanzberichten dieser Firmen wesentliche Fehler gibt“, hieß es in der Mitteilung von KPMG. Darüber hinaus wollte sich die Gesellschaft nicht weiter zu dem Vorfall äußern. Inzwischen schaltete sich nach Auskunft einer mit der Angelegenheit vertrauten Person die Bundespolizei FBI ein. Auch die Börsenaufsicht SEC untersucht den Fall.

In einer E-Mail-Erklärung gab London zu, er habe über mehrere Jahre per Telefon Informationen an jemanden weitergegeben, der mit Hilfe dieses Wissens an der Börse spekulierte. Er habe damit jemandem helfen wollen, dessen Firma in Schwierigkeiten steckte.

„Ich bereue es, nicht-öffentliche Daten weitergegeben zu haben“, hieß es in der Erklärung, die vom „Wall Street Journal“ dokumentiert wurde. „KPMG hatte damit nichts zu tun. Die Firma trägt für diesen Fall keinerlei Verantwortung.“

Nach Angaben von Skechers-Finanzchef David Weinberg leitete London die Wirtschaftsprüfung in dem Unternehmen. Spitzenmanager von KPMG hatten ihn am Montag aufgesucht und über Londons Fehlverhalten aufgeklärt. „Es kam ganz überraschend“, sagte Weinberg. „Ich mochte ihn sehr, und ich vertraute ihm natürlich.“

Skechers sucht inzwischen händeringend nach einem neuen externen Wirtschaftsprüfer. Denn KMPG hat sich aus der Wirtschaftsprüfung bei Skechers und Herbalife zurückgezogen. London war bei beiden Unternehmen der leitende Wirtschaftsprüfer.

Von

png

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kapturak

10.04.2013, 05:51 Uhr


"Skechers sucht händerringend nach einem neuen Wirtschaftsprüfer"

Also liebes Handelsblatt: in den USA gibt es mehr als genug Wirtschaftsprüfe, da muß man nicht händerringend suchen.

Paulklugman

10.04.2013, 09:57 Uhr

Sieht so aus, als ob die Hakelmacher inzwischen zu Daten-Dealern werden. Das FBI führt gerade eine Kampagne gegen Insider-Trading. Mal sehen, ob Mr. London nur die Spitze des Eisbergs war.

numbercruncher

10.04.2013, 10:14 Uhr

Die CPA Dichte in den Staaten ist sicher ausgeprägter als in Good Ol' Germany, allerdings sind eine Vielzahl davon aufgrund des sinnvolleren 'Standesrechts' in der Industrie und nicht wie in Dtld. in beratenden Berufen tätig.

Für Sketchers wird bei einer Umsatzgröße von mehr als einer Mrd USD sowie international verzweigten Produktions- und Vertriebsstandorten sowie aufgrund der NYSE Berichtspflichten allerdings nur eine überschaubare Gruppe größerer Prüfungsgesellschaften in Frage kommen. Aufgrund der 'busy season' dürfte es schwer werden, KPMG ohne weiteres rechtzeitig zu ersetzen und gleichzeitig die zeitlichen Anforderungen des Kapitalmarktreportings für 2012 (10K) und das erste Quartal 2013 (10Q) zu erfüllen.

Daher liegt das Handelsblatt mit seiner Einschätzung nicht allzu falsch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×