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25.09.2015

13:58 Uhr

Wirtschaftsrecht

Top-Kanzleien sind auf Wachstumskurs

VonVolker Votsmeier

Die 100 größten deutschen Wirtschaftskanzleien haben im vergangenen Jahr zusammen 5,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Das brummende M&A-Geschäft sorgt für Zuwächse. Die Spitzenreiter konnten sich dabei behaupten.

Die Top-Kanzleien für Wirtschaftsrecht konnten 2014 ihre Umsätze steigern. Imago

Kanzleien im Aufschwung

Die Top-Kanzleien für Wirtschaftsrecht konnten 2014 ihre Umsätze steigern.

DüsseldorfDie 100 größten deutschen Wirtschaftskanzleien haben im vergangenen Jahr nach Recherchen des Branchenblatts Juve zusammen 5,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Weil vor allem das M&A-Geschäft wieder brummt, legten die meisten Kanzleien deutlich zu. Die umsatzstärksten Kanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer, CMS Hasche Sigle und Hengeler Mueller konnten ihre Spitzenplätze behaupten.

Insgesamt erwirtschafteten die 100 Top-Kanzleien einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro. Weil das Ranking in diesem Jahr erstmals 100 Sozietäten umfasst, fehlt zwar ein Vergleichswert zum Vorjahr. Trotzdem ist deutlich, dass die Anwaltsbranche klar auf Wachstumskurs ist. Die Mehrheit verzeichnete ein Umsatzplus, knapp ein Viertel wuchs sogar mit eine zweistelligen Wachstumsrate.

Die größten Wirtschaftskanzleien Deutschlands

Platz 10

Taylor Wessing

Umsatz 2014/15: 121,5 Millionen Euro (+ 2,0 Prozent)

Quelle: Juve Rechtsmarkt, Ausgabe 10/15

Platz 9

Allen & Overy

Umsatz 2014/15: 135,2 Millionen Euro (+9,0 Prozent)

Platz 8

Hogan Lovells

Umsatz 2014/15: 141,0 Millionen Euro (-7,1 Prozent)

Platz 7

Gleiss Lutz

Umsatz 2014/15: 172,0 Millionen Euro (+3,6 Prozent)

Platz 6

Noerr

Umsatz 2014/15: 177,9 Millionen Euro (+9,0 Prozent)

Platz 5

Linklaters

Umsatz 2014/15: 184,6 Millionen Euro (+3,7 Prozent)

Platz 4

Clifford Chance

Umsatz 2014/15: 188,0 Millionen Euro (-4,1 Prozent)

Platz 3

Hengeler Müller

Umsatz 2014/15: 205,1 Millionen Euro (-3,3 Prozent)

Platz 2

CMS Hasch Sigle

Umsatz 2014/15: 265,0 Millionen Euro (+5,6 Prozent)

Platz 1

Freshfields Bruckhaus Deringer

Umsatz 2014/15: 355,0 Millionen Euro (keine Veränderung)

Vor allem die Rückkehr großer Deals und Umstrukturierungen befeuerte das Geschäft der Wirtschaftsjuristen im Geschäftsjahr 2014/2015. Gefragt sind auch Prozessspezialisten wegen der zunehmenden Zahl gerichtlicher und außergerichtlicher Streitigkeiten. Die Deutsche Bank etwa beschäftigt wegen ihrer mehr als 6000 Rechtsstreitigkeiten auch in Deutschland Heerscharen von Anwälten. Einen Boom erleben außerdem Compliance-Experten. Große Firmen sind viel damit beschäftigt, Regelverstöße im Unternehmen zu vermeiden. Der Fall Volkswagen zeigt, dass es hier noch immer großen Nachholbedarf gibt.

Bei dem hochklassigen Geschäft mischt Freshfields Bruckhaus Deringer an vorderster Front mit. Freshfields ist seit Jahren die klare Nummer 1 und konnte diesen Platz souverän verteidigen – trotz eines bei 355 Millionen Euro stagnierenden Umsatzes. Punkten konnte die Kanzlei vor allem mit internen Untersuchungen und Prozess- und M&A-Mandaten. Dabei erhielt Freshfields Aufträge von hochkarätigen Unternehmen wie Cinven, Hewlett Packard, JP Morgan oder Siemens. Freshfields gehört auch zu den produktivsten Kanzleien in Deutschland: Jeder Anwalt erwirtschaftet im Schnitt mehr als 730.000 Euro. Jeder Partner der britischen Sozietät kommt durchschnittlich auf 1,3 Millionen britische Pfund.

Auf Platz 2 liegt CMS Hasche Sigle, die seit Jahren rasant wächst. Fast sechs Prozent legt CMS diesmal zu und kommt auf 265 Millionen Euro. Inzwischen zählt die traditionell im Mittelstand starke Kanzlei auch zu den Stammberatern großer Konzerne wie die Lufthansa oder Hochtief.

Nummer 3 ist Hengeler Mueller, die zwar etwas verlor und jetzt 205 Millionen Euro erwirtschaftet, aber im Gesellschaftsrecht und in der M&A-Beratung immer noch zu den feinsten Adressen zählt. Hengeler kann es sich erlauben, die höchsten Stundensätze in Rechnung zu stellen, die missglückte Beratung der Deutschen Bank im Kirch-Prozess änderte daran nichts. Zuletzt hatte Hengeler etwa Haniel bei der Übernehme des Pharmakonzerns Celesio durch McKesson oder RWE beim Dea-Verkauf beraten.

Unter den anderen Top-Ten-Kanzleien der Juve-Rangliste legten vor allem Noerr und Allen & Overy zu. Clifford Chance und Hogen Lovells mussten dagegen – gemessen am Umsatz – die meisten Federn lassen.

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