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23.12.2014

15:52 Uhr

Wohltätige Organisationen

Das Geschäft mit den Spenden

VonDana Heide

In der Weihnachtszeit brummt nicht nur beim Handel das Geschäft: Auch für Wohltätigkeitsorganisationen ist es die beste Zeit des Jahres. Immer mehr buhlen um die deutschen Spendenmuffel. Der Druck nimmt zu.

Getty Images

DüsseldorfIn diesen Tagen schauen sie einen wieder an, die Kinder, die mit großen Augen zum Spenden bewegen sollen. Wenn Weihnachten naht, sitzt bei vielen das Geld etwas lockerer, nicht nur beim Geschenkekaufen. Zahlreiche Organisationen buhlen um Unterstützung.

Das Geschäft läuft. So stieg die Summe der Spenden allein in den ersten acht Monaten 2014 um 4,6 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Immer mehr NGOs drängen auf den Markt. Inzwischen gibt es 600.000 Vereine und Stiftungen, die sich dem Gemeinwohl verschrieben haben. Vor fünf Jahren waren es noch 570.000.

Statistiken zeigen, dass es zwar immer wieder Schwankungen im Spendenaufkommen gibt, der Betrag aber insgesamt weitgehend auf dem gleichen Niveau verharrt – die gleiche Summe verteilt sich also auf mehr Organisationen. Durch den anhaltenden Boom der Wohltätigkeitsunternehmen wird der Wettbewerb härter und der ökomische Druck wächst. Denn bei dem Tempo, in dem die Anzahl der Organisationen wächst, hält die Entwicklung des Spenden- und Mitgliederaufkommens nicht mit.

Was Sie beim Spenden beachten sollten

Spendensiegel

Es gibt kaum Kontrollstellen, die sich intensiv mit der Wirkung von Spendenorganisationen auseinander setzen. Eine der wenigen ist immerhin das Deutsche Institut für Soziale Fragen (DZI), das die Organisationen dahingehend überprüft, ob etwa ihr Verwaltungsaufwand angemessen ist. Wer als förderungswürdig gilt, bekommt ein Spendensiegel. Es gibt aber auch eine lange Liste von Organisationen, bei denen das DZI von einer Spende abrät, einzusehen auf der Homepage des Instituts.

Keine zweckgebundenen Spenden

Das DZI rät davon ab, zweckgebunden zu spenden. Das erhöht den Verwaltungsaufwand, weil das Geld klar abgetrennt werden muss. Zudem kann es vorkommen, dass zu einem Thema zu viel Spenden eintreffen und zu einem anderen zu wenig. Die Organisationen wissen selbst am besten, wo das Geld gebraucht wird.

Auf Seriosität achten

„Stark Mitleid erweckende und gefühlsbetonte Werbung ist ein Kennzeichen unseriöser Organisationen“, schreibt das DZI in seinen Spendentipps.

Lieber Klotzen als Kleckern

Experten empfehlen, Spenden auf wenige Organisationen zu beschränken. So kann man sie besser überprüfen und reduziert zudem den Verwaltungsaufwand für die Organisationen.

Nur Bares ist Wahres

Das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Geld ist aber meist besser als eine Sachspende, raten etwa Stiftung Warentest und das DZI. Es ist flexibler und letztlich kostengünstiger als Sachspenden, da viele Hilfsgüter billiger vor Ort gekauft werden können.

„Die Zahl der NGOs in Deutschland wird weiter zunehmen“, schätzt Eckhard Priller vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Der Experte für Zivilengagement ist eigentlich bereits seit Herbst im Ruhestand. Der Wissenschaftler ist einer der wenigen, die überhaupt zu dem Thema geforscht haben. Das Wachstum der NGOs sei „nicht nur positiv“, sagt er, „denn die Zahl der verfügbaren ehrenamtlichen Mitarbeiter und die finanziellen Mittel werden ja nicht mehr. Vor allem kleine Organisationen werden Probleme haben, geeignetes ehrenamtliches Führungspersonal zu bekommen.“

Kommentare (1)

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Herr Michael Müller

23.12.2014, 18:03 Uhr

Ich spende nichts mehr, da die Verwendung der Spenden oftmals zweifelhaft ist und ich keinem "Spendenmanager" seinen Porsche finanziere!

Wie die Kirchen mit Spenden umgehen sah man zuletzt beim Limburger Diözesanzentrum des Tebartz-van Elst, wobei diese Verschwendungssucht bei der Kirche kein Einzelfall ist!

Zudem spende ich automatisch mit, wenn der Deutsche Staat seine vielen Milliarden in sogenannte "Entwicklungshilfen" und "Soforthilfen" verschleudert.

Da gebe ich lieber einmal im Jahr einem Kindergarten Geld für neues Spielzeug. Das kommt an und bleibt in der Region!

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