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12.03.2013

19:16 Uhr

Wohnungskonzern

Gagfah wirbt Rivalin den Chef ab

GSW-Chef Thomas Zinnöcker wechselt in ein paar Wochen zum Rivalen Gagfah. Dort soll der Manager die Refinanzierung durchboxen – und nicht zuletzt auch den Ruf des kriselnden Wohnungsunternehmens aufpolieren.

Thomas Zinnöcker wechselt von der GSW zur Gagfah. GSW / Christian Wyrwa

Thomas Zinnöcker wechselt von der GSW zur Gagfah.

FrankfurtÜberraschungscoup der Gagfah : Das kriselnde Wohnungsunternehmen wird der Berliner Konkurrentin GSW den Chef abwerben. Thomas Zinnöcker solle das Ruder bei Gagfah übernehmen, bestätigte die Gagfah am Dienstagabend eine Reuters-Meldung. Es gebe intensive Gespräche mit Zinnöcker, erklärte das Wohnungsunternehmen. "Die Gagfah erwartet, dass diese Gespräche in Kürze erfolgreich abgeschlossen werden."

Reuters hatte von zwei mit den Plänen vertrauten Personen erfahren, dass Zinnöcker in etwa vier Wochen seinen neuen Posten antreten soll. Sein Vertrag bei der GSW werde voraussichtlich zum 15. April aufgelöst. Die GSW hatte schon am Montagabend bestätigt, dass sich Zinnöcker neuen beruflichen Herausforderungen stellen wolle. Der Aufsichtsrat muss der Vertragsauflösung noch zustimmen.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

Berlin

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

* Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

Bremen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

Dortmund

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

Dresden

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

Düsseldorf

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

Erfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Essen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

Frankfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Freiburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

Hamburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

Hannover

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Kiel

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Köln

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Leipzig

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

Magdeburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mainz

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mannheim

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

München

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

Nürnberg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

Stuttgart

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Zinnöcker hatte die GSW vor zwei Jahren an die Börse gebracht, Investoren der ersten Stunde konnten dabei einen guten Schnitt machen: Der Ausgabepreis der Aktie lag bei 19 Euro, inzwischen notiert das im Nebenwerteindex MDax gelistete Papier bei über 30 Euro. Obendrauf gibt es Dividenden. Mit fast 60.000 Einheiten zählt die GSW heute zu den größten börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland und ist weiter auf Wachstumskurs.

Zeitweise war Zinnöcker deshalb auch als neuer Chef des ebenfalls an die Börse strebenden Wohnungsriesen Deutsche Annington gehandelt worden, doch der holte schließlich einen Bertelsmann-Manager an Bord. Nun soll Zinnöcker die Gagfah auf Vordermann bringen, die ungleich größer ist als die GSW.

Gagfahs Ruf hat am Kapitalmarkt und in der Öffentlichkeit gelitten. Immer wieder gibt es Berichte über den schlechten Zustand der Wohnungen, weil sich Mehrheitseigner Fortress, ein US-Finanzinvestor, über Jahre üppige Quartalsdividenden gönnte und dabei nach Ansicht von Kritikern die Mittel für Investitionen abzog.

Außerdem drückt den Konzern eine hohe Schuldenlast. Den Verkauf seiner 38.000 Wohnungen in Dresden konnte das Unternehmen unlängst zwar abwenden, weil sich eine Bank zur Refinanzierung der darauf lastenden milliardenschweren Verbindlichkeiten fand. Doch auch auf Konzernebene laufen dieses Jahr Darlehen aus.

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