Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.02.2014

14:08 Uhr

Wohnungsvermieter

Deutsche Annington wächst mit Milliarden-Deal

Die Deutsche Annington hat ihre Stellung als Branchenprimus gestärkt: Das Unternehmen übernimmt 41.500 Wohnungen von Vitus und Dewag. Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet der Immobilienkonzern mit einem Gewinnsprung.

Die zusätzlichen Mieteinnahmen sollen den Gewinn spätestens ab 2015 weiter treiben. dpa

Die zusätzlichen Mieteinnahmen sollen den Gewinn spätestens ab 2015 weiter treiben.

FrankfurtDie größte deutsche Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington baut ihr Geschäft durch milliardenschwere Zukäufe deutlich aus. Der Bestand an Wohnungen werde durch zwei Übernahmen um rund 41.500 auf etwa 220.000 erhöht, berichtete Vorstandschef Rolf Buch am Freitag in Düsseldorf. Der Kaufpreis von zusammen knapp 2,4 Milliarden Euro solle unter anderem durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden.Vorstandschef Rolf Buch am Freitag in Düsseldorf. Der Kaufpreis von zusammen knapp 2,4 Milliarden Euro solle unter anderem durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden.

Durch die Zukäufe könne das bislang stark in Nordrhein-Westfalen vertretene Unternehmen seinen Wohnungsbestand vor allem in Norddeutschland sowie entlang der Rhein-Main-Schiene und im Süden des Landes weiter ausbauen, sagte Buch. Schwerpunkte des neuen Wohnungsbestands seien unter anderem in Bremen und Kiel, aber auch in Augsburg, Berlin und Frankfurt.

Vorstandschef Rolf Buch sagte, er sei überrascht, wie viele Wohnungsportfolien der Annington in den vergangenen Monaten angeboten worden seien. Auf Vitus und Dewag könnten weitere Deals folgen. Übernahmen von börsennotierten Rivalen sind für ihn allerdings weniger attraktiv.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

Den größten Teil der jüngsten Zukäufe machen die 30.000 Wohnungen aus, die in der Vitus-Gruppe gebündelt sind, die mehrheitlich dem Finanzinvestor Round Hill gehört. Die 11.500 Dewag-Wohnungen wiederum liegen überwiegend in Süddeutschland. „Die beiden Portfolien ergänzen sich ideal“, betonte Buch.

Nach einem Anstieg der durchschnittlichen Quadratmeter-Miete um 1,9 Prozent auf 5,40 Euro im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen für 2014 Mietsteigerungen zwischen 2,3 Prozent und 2,6 Prozent an.

Buch kündigte zugleich mehr Investitionen vor allem in die energetische Sanierung und den seniorengerechten Umbau von Wohnungen an. Für die kommenden fünf Jahre seien dafür insgesamt rund 800 Millionen Euro geplant. Durch den Umbau könnten Senioren im Durchschnitt rund acht Jahre länger in ihren angestammten Wohnungen bleiben. Das sei auch für das Unternehmen ein gutes Geschäft, sagte Vorstand Klaus Freiberg.

Im vergangenen Jahr steigerte die Deutsche Annington das operative Ergebnis um 31,5 Prozent auf 224 Millionen Euro.

Buch hofft, dass die nun eingekauften zusätzlichen Mieteinnahmen spätestens ab 2015 den Gewinn weiter treiben. Schon im laufenden Jahr soll das operative Ergebnis (FFO) – Vitus und Dewag noch nicht eingerechnet – auf 250 bis 265 Millionen Euro steigen. 2013 fuhr Annington wie angekündigt knapp 224 Millionen Euro ein, ein Plus von über 30 Prozent. Die Anleger, die beim Börsengang im Sommer zugegriffen haben, sollen eine Dividende von 70 Cent je Aktie bekommen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×