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12.06.2012

12:58 Uhr

WPP

Spitzenwerber Sorrell kämpft um seinen Bonus

VonKatharina Slodczyk

Eine „blutige Nase“ wollen Aktionäre der weltweit größten Werbeagentur WPP dem Chef Marin Sorrell verpassen. Nicht wenigen Anleger stößt der Führungsstil des 67-Jährigen und sein sattes Gehaltspaket sauer auf.

Martin Sorrells Gehalt steht heftig in der Kritik. AFP

Martin Sorrells Gehalt steht heftig in der Kritik.

LondonSo hatte sich Martin Sorrell die Sache nicht vorgestellt. In einem Gastbeitrag in der „Financial Times“ verteidigte der Chef des weltweit größten Werbekonzerns WPP vergangene Woche vehement sein umstrittenes Gehaltspaket von 6,8 Millionen Pfund (8,4 Millionen Euro) - 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Wenn Großbritannien in der Privatwirtschaft Marktführer haben wolle, müsse das Land eine konkurrenzfähige Bezahlung zulassen, schrieb er.

Damit wollte er der hitzigen Debatte über seinen Bonus ein Ende bereiten und die Kritiker ruhigstellen, die für die Hauptversammlung am Mittwoch eine Revolte angekündigt haben. Doch weit gefehlt. Einige Großaktionäre sowie die Anlegervertretung ISS, die fast 20 Prozent der WPP-Investoren berät, bleiben offenbar bei ihrer Meinung: Sie wollen gegen das üppige Gehaltspaket stimmen.

„Wenn man sich die Performance im letzten Jahr anschaut, dann war das nicht beeindruckend“, sagte einer der zehn größten WPP-Aktionäre der „Financial Times“. WPP habe sich nicht so gut entwickelt wie der Durchschnitt der im Börsenindex FTSE notierten Unternehmen.

Andere Anleger kritisieren zudem den Führungsstil Sorrells, der seit Mitte der 80er-Jahre aus einer kleinen Firma durch Übernahmen von Agenturen wie Grey, Ogilvy und zuletzt Scholz & Friends den Werbegiganten erst geschaffen hat - mit einem Umsatz von zuletzt zehn Milliarden Pfund und einem Vorsteuergewinn von einer Milliarde Pfund. Sorrell agiere eher wie ein Eigentümer, nicht wie ein Manager, monierte ein WPP-Aktionär. Die Investoren würden ihm wohl auch daher bei der Hauptversammlung „eine blutige Nase“ verpassen.

Zumindest diesem Kritikpunkt kann der 67-Jährige etwas entgegensetzen. Mit fast zwei Prozent ist er bis heute an seinem Lebenswerk beteiligt. „Ich agiere wie ein Eigentümer“, schrieb er in seinem „Financial Times“-Beitrag, „der ich ja auch bin.“

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