Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2013

17:04 Uhr

Zahlungsverzug

Flexstrom auf der Strafbank

ExklusivDer Billigstromanbieter Flexstrom beliefert seine Stromkunden meist gegen Vorkasse. Doch nun muss das Unternehmen selbst vorab zahlen. Die Gläubiger haben die Geduld verloren.

Flexstrom-Zentrale in Berlin: Mehr als 50 Netzbetreiber haben sich über die schleppende Bezahlung beklagt. dapd

Flexstrom-Zentrale in Berlin: Mehr als 50 Netzbetreiber haben sich über die schleppende Bezahlung beklagt.

BerlinDie Situation des Berliner Billigstromanbieters Flexstrom hat sich zum Jahreswechsel verschärft. Nach Recherchen des Handelsblattes haben sich inzwischen mehr als 50 Netzbetreiber über die schleppende Bezahlung durch Flexstrom beklagt. Zahlreiche Geschäftspartner forderten Sicherheitsleistungen. Bei Nichterfüllung ihrer Zwangsauflagen drohten die Netzbetreiber mit der Abschaltung vom Netz.

Flexstrom hat sich inzwischen in vielen Fällen bereit erklärt, die Netzentgelte monatlich im Voraus zu bezahlen – zur „Vermeidung einer Eskalation“, wie es in entsprechenden Schreiben von Flexstrom heißt. Der Schriftverkehr liegt dem Handelsblatt vor.

Offene Rechnungen: Vertriebspartner stoppt Vermarktung von Flexstrom

Offene Rechnungen

exklusivVertriebspartner stoppt Vermarktung

Seit Wochen jagt beim Billigstromanbieter Flexstrom eine Hiobsbotschaft die andere. Nun rufen einige Gläubiger wegen offener Rechnungen nach der Aufsichtsbehörde. Flexstrom geht seinerseits gegen einen Netzbetreiber vor.

Die Liste der Beschwerdeführer reicht von kleinen Kommunalversorgern bis zu großen Stadtwerken wie denen von Düsseldorf. Auch je eine regionale Netzgesellschaft von Eon und RWE haben Vorauszahlungen durchgesetzt, wie Flexstrom inzwischen selbst einräumt. Eine entsprechende eidesstattliche Versicherung der Leiterin der Buchhaltung von Flexstrom liegt dem Handelsblatt vor.

Wer die Strompreise am stärksten erhöht

Berechnung

Strompreiserhöhungen ab Januar 2013, Preise auf Grundlage eines Durchschnittsverbrauches von 5.000 kWh / Jahr.

Stand: 26.11.2012, Quelle: check24.de

Platz 6

Versorger: Infra Fürth GmbH
Tarif: infra grundversorgung HH
Bundesland: Bayern
Alter Preis: 1.361,03 Euro
Neuer Preis: 1.618,53 Euro
Differenz in Euro: 257,50 Euro
Differenz in Prozent: 18,92 %

Platz 5

Versorger: EMB Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG
Tarif: Grund- und Ersatzversorgung HH
Bundesland: Bayern
Alter Preis: 1.238,82 Euro
Neuer Preis: 1.474,82 Euro
Differenz in Euro: 236,00 Euro
Differenz in Prozent: 19,05 %

Platz 4

Versorger: Stadtwerke Borken/Westf. GmbH
Tarif: Strom Basis HH
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Alter Preis: 1.213,50 Euro
Neuer Preis: 1.445,50 Euro
Differenz in Euro: 232,00 Euro
Differenz in Prozent: 19,12 %

Platz 3

Versorger: Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH
Tarif: Grund- und Ersatzversorgung HH
Bundesland: Bayern
Alter Preis: 1.204,76 Euro
Neuer Preis: 1.435,26 Euro
Differenz in Euro: 230,50 Euro
Differenz in Prozent: 19,13 %

Platz 2

Versorger: Elektrizitätsvereinigung Böbing
Tarif: Grundversorgung Eintarif
Bundesland: Bayern
Alter Preis: 1.298,31 Euro
Neuer Preis: 1.548,31 Euro
Differenz in Euro: 250,00 Euro
Differenz in Prozent: 19,26 %

Platz 1

Versorger: Stadtwerke Plattling
Tarif: Grund- und Ersatzversorgung HH
Bundesland: Bayern
Alter Preis: 1.140,76 Euro
Neuer Preis: 1373,76 Euro
Differenz in Euro: 233 Euro
Differenz in Prozent: 20,42 %

Nach Flexstroms Angaben zahlen mehr als 50 Prozent der Kunden ein Jahr im Voraus, weitere rund 25 begleichen ihre Rechnungen vierteljährlich im Voraus.

Kommentare (43)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.01.2013, 09:17 Uhr

Selbst schuld, wer nach den Teldafax Erfahrungen noch zu Flexstrom ging und dort Vorkasse leistete. Die Foren waren schon vor über einem Jahr voll mit Negativ-Kommentaren von Nutzern, die Ihre Boni nicht bekamen.

Nicht nur bei großen Banken, sondern auch bei vielen von uns Kleinbürgern gilt:

Gier frisst Hirn auf!

Account gelöscht!

09.01.2013, 09:41 Uhr

da wird´s nicht mehr lange dauern, bis das knallt...eigentlich kann man sich schon seine Kosten für Mahnbescheide sparen...da wird nicht´s mehr kommen.

boschie

09.01.2013, 09:43 Uhr

wenn ich dieses Geschwätz immer lese.... ein Beispiel: ich habe im Jahre 2008 für meinen Strom ca. 800 Euro beim Grundversorger bezahlt. In 2011/2012 habe ich mit einem Vorkasse-Tarif für die gleiche Menge ca. 420 Euro bezahlt. Durchaus ähnlich hätte es in den 3 Jahren zuvor ausgesehen.
Da habe ich soviel gespart, dass im Extremfall schon einmal ein Anbieter pleite gehen kann -- nur, das ist bisher wohl seltenst passiert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×