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19.11.2013

12:03 Uhr

Zeitungsbericht

Bieterwettstreit um Börse Euronext?

Sind die Börsen aus Frankfurt, London und New York an einer Übernahme des Konkurrenten Euronext interessiert? Angeblich sollen Offerten vorbereitet werden. Die Deutsche Börse winkt aber ab.

Euronext rückt in den Fokus: Mehrere Börsen sind wohl an einer Übernahme interessiert. dapd

Euronext rückt in den Fokus: Mehrere Börsen sind wohl an einer Übernahme interessiert.

BangaloreDie Deutsche Börse erwägt einem Zeitungsbericht zufolge ein Gebot für den Konkurrenten Euronext. Auch die Londoner Börse und die US-amerikanische Nasdaq OMX zögen jeweils eigene Offerten in Betracht, meldete das „Wall Street Journal” unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Insider. Die drei Börsenbetreiber hätten mit Beratern über individuelle Gebote für die Euronext gesprochen, keiner von ihnen habe jedoch Banken damit beauftragt, eine formelle Offerte abzugeben.

Die Intercontinental Exchange hatte kürzlich die Übernahme der Nyse Euronext abgeschlossen. Im Zuge der Fusion sagte die Börse aus Atlanta dem Bericht zufolge unter anderem wegen Bedenken von Aufsichtsbehörden zu, die Euronext loszuschlagen.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Die Deutsche Börse hat aber offenbar kein Interesse an großen Übernahmen. „Das ist nicht irgendwo auf der Agenda“, sagte Deutsche-Börse-Aufsichtsratschef Joachim Faber am Dienstag am Rande einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Er widersprach damit dem Bericht des „Wall Street Journal“.

Zuvor hatte es bereits aus Firmenkreisen geheißen, dass die Deutsche Börse die Finger von Euronext lassen will. Das Unternehmen habe nach wie vor kein Interesse an einem Kauf, sagten zwei Personen aus dem Umfeld des Frankfurter Konzerns. Der Aktien-Handel, in dem die Euronext schwerpunktmäßig aktiv ist, habe in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität verloren. Ein Kauf der Euronext komme für Deutschlands größten Börsenbetreiber deshalb nicht in Frage.

Von

rtr

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