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28.01.2011

08:56 Uhr

Zeitungskonzern

Alfred Neven DuMont holt Tochter in den Vorstand

VonHans-Peter Siebenhaar

Nach dem skandalträchtigen Ausscheiden von Vorstand Konstantin Neven DuMont hat nun der 83-jährige Verleger Alfred Neven DuMont für Ersatz gesorgt: Er setzt seine Tochter Isabella Neven DuMont auf den vakanten Vorstandsposten. Die Personalentscheidung ist keine große Überraschung.

Isabella Neven DuMont wird die Nachfolge ihres Bruders im Zeitungshaus DuMont Schauberg übernehmen. PR/ Stefan Worring

Isabella Neven DuMont wird die Nachfolge ihres Bruders im Zeitungshaus DuMont Schauberg übernehmen.

DÜSSELDORF. Die Lücke in der Führungsriege des Zeitungshauses DuMont Schauberg ("Frankfurter Rundschau", "Kölner Stadt-Anzeiger") ist wieder geschlossen. Nach dem skandalträchtigen Ausscheiden von Vorstand Konstantin Neven DuMont hat nun der 83-jährige Verleger Alfred Neven DuMont für Ersatz gesorgt. Er setzt seine Tochter Isabella Neven DuMont auf den vakanten Vorstandsposten. Ihr Aufgabenbereich ist allerdings noch unklar.

Die Personalentscheidung ist keine große Überraschung. Bereits seit Tagen kursierten in dem Kölner Unternehmen Gerüchte über den Aufstieg der 42-jährigen Mutter von zwei Kindern. Die studierte Betriebswirtin verfügt über journalistische Erfahrung. Sie hatte 1989 beim Wirtschaftsmagazin "Impulse" mitgearbeitet und war zwischen 1993 und 2002 Chefredakteurin von Pferdezeitschriften wie "Araber-Journal" und "Pferde heute". Im Jahr 2006 übernahm die Verlegertochter die Leitung des Kölner Veranstaltungsforums "studio dumont". Vor zwei Jahren investierte sie zudem mehrere Millionen Euro in einen Hochseilgarten im rheinischen Odenthal.

In Köln genießt Isabella Neven DuMont einen deutlich besseren Ruf als ihr in Ungnade gefallener Bruder Konstantin. Sie sei intelligent und wisse, was sie wolle, habe sich aber lange auch wegen Konstantin zurückgehalten, heißt es in Kölner Branchenkreisen.

Mit der Berufung seiner Tochter sichert Alfred Neven DuMont die Dynastie. Denn das Verhältnis zu seinem Sohn Konstantin gilt als zerrüttet. Der hatte Anfang Dezember alle Funktionen in dem Kölner Zeitungskonzern verloren. Der 41-Jährige war als Vorstandsmitglied zunächst nur beurlaubt worden. Zuvor war Konstantin bereits als Herausgeber der "Frankfurter Rundschau" und des "Kölner Stadt-Anzeigers" abberufen worden. Er hatte seinen Vater öffentlich aufgefordert, sich weitgehend zurückzuziehen und ihm die Führung des Zeitungshauses zu überlassen.

Mit Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte sind im Vorstand nun wieder beide Eigentümerfamilien vertreten, dazu kommen Franz Sommerfeld und Eberhard Klein.

Wie der Zeitungskonzern gestern gleichzeitig mitteilte, wird ab 1. März der frühere Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", Hans Werner Kilz, in den Aufsichtsrat einziehen. Der 67-Jährige gilt als exzellenter Zeitungsmacher und unabhängiger Kopf. Dem Aufsichtsrat gehören außer Kilz auch der Rechtsanwalt Claas Kleyboldt und der Unternehmensberater Peter May sowie Alfred Neven DuMont als Vorsitzender an.

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