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08.03.2013

14:01 Uhr

Zum Schreien

Zalandos sinnloses Modemobil

VonLukas Bay

Mit dem Fashion-Car präsentiert Zalando die wohl sinnloseste Innovation des Genfer Autosalons. Ab sofort können Shoppingwütige auch unterwegs bestellen – und sich den Einkauf in den Kofferraum liefern lassen.

Zalandos „Fashion Car“: Passanten filmen, um ihr Outfit zu scannen. obs

Zalandos „Fashion Car“: Passanten filmen, um ihr Outfit zu scannen.

GenfWie oft hat man schon das Verlangen, beim Autofahren das Outfit fremder Passanten zu filmen und es gleich an Ort und Stelle anzuprobieren. Nie? Nun ja, aber man könnte es. Bald.

Der Modeversandhändler präsentiert auf dem Genfer Autosalon seine Vision des „mobilen Shoppings“: das Zalando Fashion-Car. „Als innovatives E-Commerce-Unternehmen ist Mobile Commerce für uns weit mehr als Zukunftsmusik“, sagt Christian Meermann, Marketingmann von Zalando. Was das bedeutet, sagt er leider auch.

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Möbel/Heimtextilien

Die Faustregel des interaktiven Handels: Je näher das bestellte Produkt am Körper ist, desto höher ist die Rückgabequote (in Prozent). Möbel und Heimtextilien werden demnach nur in 12,2 Prozent retourniert.

Geschenkartikel

Von allen Online-Bestellungen aus der Kategorie Geschenkartikel gehen 12,8 Prozent wieder zurück.

Musik/DVD/Games

Etwa 13,2 Prozent der Bestellungen aus dem Bereich Musik/DVD/Games bleibt nicht beim Kunden und wird zurück zum Händler geschickt.

Bücher

Bücher werden auch nicht so oft wieder zurück geschickt. Die Quote liegt bei 13,4 Prozent.

Spielzeug

Auch Kinder können wählerisch sein. 14,8 Prozent des bestellten Spielzeugs wird retourniert.

EDV

Im Bereich EDV liegt die Rückgabequote bei 15,1 Prozent.

Unterhaltungselektronik

Gut 15,4 Prozent der bestellten Produkte aus der Kategorie Unterhaltungselektronik/Foto wird zurückgeschickt.

Haushaltselektronik

Haushaltselektronik wird in 15,6 Prozent aller Fälle wieder retourniert.

Sonstiges

Alles, was in keine andere Kategorie fällt, hat eine Rückgabequote von 16 Prozent.

Kleidung/Schuhe

Am häufigsten schicken Kunden im interaktiven Handel Kleidung und Schuhe wieder zurück. Die Quote liegt bei 28,5 Prozent.

(Quelle: Zeit, Nr. 43, Grafik S. 41)

Ungefragt filmt die umgebaute A-Klasse mit einer iPad-Kamera unbeteiligte Passanten, um ihr Outfit zu scannen und direkt im Internet danach zu suchen. „Augmented Reality“, nennt sich das im Marketingsprech. Ob wirklich alle Passanten ohne Anlass frontal vor einem Auto posieren wie im mitgelieferten Imagefilm des Unternehmens, darf bezweifelt werden.

Wenn die Ware trotzdem erkannt wird, kann man sie direkt im Auto bestellen – und nur wenige Tage später wird sie auch direkt ins Auto geliefert. Das Fashion Car wird dafür per GPS geortet. Die bestellten Outfits werden dann in einer Art Mini-Kleiderschrank namens „Fashion Box“ im Kofferraum deponiert. Der Bote kennt den Zugang und holt das Paket auch dort wieder ab, wenn das Outfit doch nicht gefällt.

Wer auf dem nächsten Parkplatz oder in der Innenstadt gleich das Bedürfnis hat, die bestellte Kleidung anzuprobieren, kann dafür aus dem Kofferraum eine mobile Umkleidekabine ausklappen. Warum man, wenn man unterwegs ist, nicht gleich im nächsten Modegeschäft einkauft, bleibt wohl das Geheimnis der Entwickler. Bisher galt es doch immer als Vorteil des Onlinehandels, dass die Ware bequem nach Hause geliefert wird.

Concept Cars: Das Auto zur App

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Autovisionär Frank M. Rinderknecht hat die Fahrzeugstudie "microMAX" entwickelt und sie mit dem von Multimediaspezialist Harman initiierten "urbanSWARM" zu einer neuen Nutzungsmöglichkeit kombiniert.

Ein kleines Gimmick dürfte auch die Zahl der Auffahrunfälle in den nächsten Jahren nicht sinken lassen. Statt einer Hupe ist im Fashion-Car serienmäßig der aus der Werbung bekannte Zalando-Schrei integriert.

Mit dem Wagen ist dem Schweizer Designer Frank M. Rinderknecht die wohl sinnloste Erfindung des diesjährigen Genfer Autosalons gelungen. „Durch Konnektivität und innovative Technologien wird das heute noch Unmögliche bald möglich sein“, sagt er. In fünf Jahren soll das Fashion-Car in Serie gehen.

Was passiert mit zurückgeschickter Ware?

6,5 Prozent

Gut 6,5 Prozent der in einer Studie befragten Onlinehändler geben an, dass zurückgeschickte Ware bei ihnen in den Verkauf im Outlet wandert.

25,8 Prozent

Etwa 25,8 Prozent der Onlinehändler senden die retournierte Ware zurück an ihren Lieferanten.

29 Prozent

Bei 29 Prozent der befragten Onlinehändler landet die Ware im Recycling.

51,6 Prozent

Über die Hälfte der befragten Händler senden die Ware wieder zurück an den Kunden.

71 Prozent

Rund 71 Prozent der Onlinehändler bereiten die Ware wieder auf und reparieren sie wieder.

77,4 Prozent

Ohne Aufbereitung können 77,4 Prozent der Onlinehändler ihre Ware wieder direkt wiederverwenden für den Verkauf.

80,6 Prozent

80,6 Prozent der befragten Onlinehändler haben angegeben, dass zurückgeschickte Ware vernichtet wird.

(Quelle: Zeit Nr.34, Grafik S.41)

Kommentare (2)

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ahaha_1

08.03.2013, 14:11 Uhr

Sinnlos? Allein dieser HB-Artikel ist (gratis?) Zalando-Werbung. Die haben alles richtig gemacht, Hut ab.

Leser

08.03.2013, 14:19 Uhr

Qahaha_1: prinzipiell gebe ich Ihnen recht. Aber für die Erwähnung im Hanselblatt Online viel zu viel Aufwand.

Nur aus purer Neugier: hat jemand das Geschäftsmodell verstanden? Ich nicht! Wer soll denn nun auf diese Weise zum Spontan-Kauf animiert werden? Der Fussgänger? Der Fahrer? Der Bote? Also, mir ist das zu abgefahren!

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