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27.08.2013

17:39 Uhr

Zurich-Finanzchef Wauthier

Polizei geht von Selbstmord des Topmanagers aus

VonHolger Alich

Nachdem Pierre Wauthier am Montag tot aufgefunden wurde, geht die Schweizer Polizei mittlerweile von einem Suizid aus. Die Untersuchungsergebnisse der Rechtsmedizin deuten darauf hin. Die Motive sind weiterhin unklar.

Pierre Wauthier wurde am Montag tot aufgefunden, der Finanzvorstand der Zurich hat sich vermutlich das Leben genommen. dpa - picture-alliance

Pierre Wauthier wurde am Montag tot aufgefunden, der Finanzvorstand der Zurich hat sich vermutlich das Leben genommen.

ZürichEine traurige Annahme scheint sich zu bestätigen: Nach Angaben der Zuger Polizei hat sich der 53-jährige Finanzchef der Zurich Insurance Group, Pierre Wauthier, in seiner Wohnung am Montag vermutlich das Leben genommen. „Aufgrund eines mündlichen Vorbescheids des Instituts für Rechtsmedizin und der angetroffenen Situation am Wohnort ist in Zusammenhang mit dem Tod von Pierre Wauthier von einem Suizid auszugehen“, teilte am Dienstagnachmittag der Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden mit. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen wollen die Behörden keine weiteren Angaben machen.

Wauthier war am Montag in seiner Wohnung im Kanton Zug in der Zentralschweiz tot aufgefunden worden. Zunächst war die Todesursache unklar, die Polizei teilte lediglich mit, dass sie Fremdverschulden ausschließt. Am Dienstag wurde Wauthiers Körper von der Gerichtsmedizin untersucht.

Nun ist es amtlich: Pierre Wauthier hat Selbstmord begangen. Er wurde am Montag tot in seiner Wohnung aufgefunden. Pierre Wauthier war seit dem Jahr 2011 Finanzvorstand der Zurich. PR

Nun ist es amtlich: Pierre Wauthier hat Selbstmord begangen. Er wurde am Montag tot in seiner Wohnung aufgefunden. Pierre Wauthier war seit dem Jahr 2011 Finanzvorstand der Zurich.

Anleger reagierten am Dienstag auf die Nachricht vom Tod des Topmanagers verunsichert: Die Aktie der Zurich Gruppe, bei der Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den Verwaltungsrat leitet, sank um gut zwei Prozent. Der Versicherer hatte Vibhu Sharma, der das Gruppen-Controlling leitete, interimsmäßig mit den Aufgaben des Finanzvorstands vertraut.

Über die Motive von Wauthiers Schritt gibt es keinerlei Angaben. Die Ermittler machten auf Nachfrage keine Aussage darüber, ob ein Abschiedsbrief gefunden wurde. Im persönlichen Gespräch machte Wauthier stets einen ruhigen und sehr freundlichen Eindruck.

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Mit dem Finanzchef der Zurich hat sich damit binnen vier Wochen bereits der zweite Topmanager in der Schweiz das Leben genommen. Vor gut einem Monat erschütterte die Nachricht vom Tod des deutschen Swisscom-Chefs Carsten Schloter die Schweiz. Dieser hatte laut „Tages-Anzeiger“ einen Abschiedsbrief hinterlassen, in der er rein private Motive für seine Tat angeführt haben soll. Schloter hatte sich 2009 von seiner Frau getrennt; seit diesem Zeitpunkt lebte er auch nicht mehr mit seinen drei Kindern zusammen. Offenbar hat er diese Trennung nie richtig überwunden. Hinzu kam eine sehr hohe Arbeitsbelastung.

Kommentare (7)

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JimBeam

27.08.2013, 18:35 Uhr

Das System ist krank. Macht aus Menschen Selbstmörder. Wieder ein Topmanager. Wollen wir in so einer Welt leben??

Maximum Profit = Religion. Wie lange noch??!

m1chaelh

27.08.2013, 19:18 Uhr

Papst Erlass zum 1.9???

Jedem_das_seine

27.08.2013, 19:49 Uhr

Eigentlich wünsche ich niemandem etwas Böses, aber ich habe mir gewünscht, dass die Mächtigen auf dieser Welt gehen sollen, ob duch Selbstmord, Mord, Krankheit, Unfall oder sonstige Ursachen.

Niemand weiß:
- Ob er jemand abegzockt hat, z.B. die Mafia
- Ob er seine Vorgaben die er bekam nicht einhalten konnte
- Ob er krank war und nur im Selbstmord seinen Ausweg sah
- Ob es doch eine höhere Gerechtigkeit gibt und diese nun
stattfindet
- Ob die ganze Finanzindustrie die Verbrecher der
Gegenwart sind und auch vor fingiertten Morden nicht
zurückschrecken
- Wieviele Menschen er geschadet, belogen, betrogen und in
den Ruin geschickt hat
- Ob ihm Scheißegal war, wieviel Schaden er anrichtet,
Hauptsache er gewinnt

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