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23.05.2014

14:21 Uhr

Zuverdienst oder Existenzsicherung

Immer mehr Deutsche auf Zweitjob angewiesen

Männer machen es, weil sie mehr Geld haben wollen, Frauen, weil sie es müssen: Die Zahl der Beschäftigten mit einem zweiten Job steigt. Oft ist eine Scheidung der Grund, zeigt eine neue Studie.

Eine Frau putzt in einem Stuttgarter Haushalt: Frauen, die einem Zweitjob nachgehen, tun das oft nicht freiwillig. Sie sind gezwungen, wollen sie über die Runden kommen. dpa

Eine Frau putzt in einem Stuttgarter Haushalt: Frauen, die einem Zweitjob nachgehen, tun das oft nicht freiwillig. Sie sind gezwungen, wollen sie über die Runden kommen.

DüsseldorfImmer mehr Deutsche haben einen Zweitjob - Männer, um sich etwas dazuzuverdienen, Frauen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen. Oft sei eine Scheidung der Grund, ergab eine am Freitag veröffentlichte Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Der „institutionelle Rahmen in Deutschland“ sei nicht geeignet, um Frauen bei drastischen Veränderungen im Lebenslauf vor Armut zu schützen, kritisierten die Autorinnen der Studie.

Die Zahl der Beschäftigten mit einem Mini-Zweitjob - Höchstverdienst inzwischen 450 Euro im Monat - stieg von 2004 bis 2013 von 1,66 auf 2,59 Millionen, heißt es in der Studie. Laut Auswertung von Umfragedaten aus den Jahren 2004 bis 2011 haben etwa gleich viele Männer und Frauen eine geringfügige Nebenbeschäftigung.

Schritte zu Ihrem Traumjob

Die Firma wechseln

Wenn Ihr Beruf gut zu Ihnen passt und das Richtige für Sie ist und Ihre Unzufriedenheit daher kommt, dass Ihre Lebensmotive sich nicht mit der Philosophie Ihres Arbeitgebers in Einklang bringen lassen, machen Sie den gleichen Job in einem Unternehmen oder einer Branche, die besser zu Ihnen passt!

(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)

Die Umstände verändern

Wenn das Unternehmen, in dem Sie beschäftigt sind, wunderbar zu Ihnen passt, Sie aber mit Ihrer Tätigkeit nicht mehr zufrieden sind, könnten Sie versuchen, in Ihrem aktuellen Job mehr von Ihrer Berufung zum Ausdruck zu bringen oder innerhalb des Unternehmens, wenn es möglich ist, eine neue Stelle zu finden. Und wenn Sie sich zum Beispiel mehr Internationalität wünschen, fragen Sie nach, ob Sie für Ihr Unternehmen einige Zeit ins Ausland gehen können!

Die Stufe wechseln

Möglicherweise ist Ihnen klar geworden, dass Sie nur unzufrieden sind, weil Sie eigentlich schon lange einen Schritt auf der Karrieretreppe nach oben gehen wollten, sich aber bisher immer mit dem zweiten Platz zufrieden gegeben haben. Jetzt möchten Sie mehr Verantwortung und sind sicher, dass Sie auf die nächste Ebene gehören. Dann machen Sie den nächsten Karriereschritt!

Den Beruf wechseln

Vielleicht haben Sie auch erkannt, dass Sie dort, wo Sie sind, nicht hingehören. Nicht in das Unternehmen, die Branche, die Tätigkeit und zu den Menschen, die Sie umgeben. Dann hilft nur eins: Ein Neustart! Machen Sie eine Weiterbildung, bewerben Sie sich als Quereinsteiger auf Ihren Traumjob oder machen Sie sich mit einer Idee, die zu Ihnen und Ihrer Berufung passt, selbstständig!

Der Grund für einen Mini-Nebenjob ist bei Frauen aber meist die Existenzsicherung - sie verdienen mit ihrer Haupttätigkeit aufgrund niedrigerer Stundenlöhne und häufiger Teilzeit zu wenig für die Existenzsicherung. Ihr Durchschnittsstundenlohn in der Hauptbeschäftigung liegt laut Studie bei 14,47 Euro brutto, für Männer bei 18,42 Euro.

Männer mit Mini-Nebenjob dagegen zählen laut Studie zur Gruppe der finanziell Bessergestellten, mehr als die Hälfte von ihnen findet sich demnach in den beiden oberen Fünfteln der Einkommensverteilung. Die Autorinnen vermuten hier vor allem qualifizierte Facharbeiter, die Interesse an einem Zuverdienst haben.

Die Autorinnen fanden heraus, dass auch in Regionen, in denen fast Vollbeschäftigung herrscht, zum Beispiel in Baden-Württemberg, die Zahl der Mini-Jobs stieg - und vermuten, dass steuer- und sozialversicherungspflichtige Überstunden teilweise über Mini-Jobs abgewickelt werden könnten.

Bei der Untersuchung, in welchen Branchen besonders viele Mini-Jobs als Zweitjobs vergeben werden, waren das Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Bildungssektor „besonders auffällig“. Hier übten viele Mini-Jobber den gleichen Beruf in Haupt- und Nebentätigkeit aus, heißt es in der Studie. Die Autorinnen mutmaßen, das Arbeitszeitvolumen werde in diesen Branchen „beschleunigt“ in sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigung aufgespalten - für die Betroffenen werde es immer schwieriger, mit einem Job ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen.

Von

afp

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