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30.07.2000

14:08 Uhr

vwd/HB DÜSSELDORF. Objektiv und fair soll die Vergabe sein, Ziel ist ein chancengleicher und funktionsfähiger Wettbewerb - so hat es die Europäische Union vorgeschrieben. Jedoch kann jedes Mitgliedsland selbst entscheiden, wie es die knappen Lizenzen für den Mobilfunk der dritten Generation erteilt. In vielen Staaten sind die UMTS-Führerscheine nur über teure Versteigerungen zu haben, anderswo laufen die eher preiswerten Schönheitswettbewerbe.

So wurden per Ausschreibung bereits zwei Länderlizenzen in Europa vergeben. Den Anfang machte im März 1999 Mobilfunk-Vorreiter Finnland zum Nulltarif, zwölf Monate später folgte Spanien, das pro Lizenz 250 Mill. DM verlangte. Schaulaufen vor den Vergabebehörden ist ferner in Norwegen und Schweden geplant, außerdem in Portugal. Schönheit zählt auch in Frankreich, dort allerdings werden zehn Mrd. DM für eine Lizenz fällig.

Die erste Auktion wiederum endete am 27. April in Großbritannien - mit dem Aufsehen erregenden Gesamterlös von mehr als 70 Mrd DM. In den Niederlanden dagegen wurden die Lizenzen am vergangenen Montag für 5,3 Mrd DM ersteigert, und damit um zwei Drittel billiger als erwartet. Einen dritten Weg wählen Italien und Irland: Eine Koppelung aus Ausschreibung zur Vorauslese und Auktion.

Dieses Nebeneinander von Verfahren innerhalb der EU hat Kritiker auf den Plan gerufen. Sie warnen vor ungleichen Startchancen der Lizenzinhaber. So forderte Telekom-Chef Ron Sommer ein gleiches Spielfeld für alle und appellierte, allerdings vergeblich, an die EU-Kommission. Umstritten sind vor allem die Schönheitswettbewerbe. Sie ließen den Behörden Ermessensspielraum zumeist zugunsten der nationalen Bewerber und seien zumeist undurchsichtig, wird bemängelt.

So wurde Spanien zum Heimspiel für die Bewerber. Drei von vier Lizenzen gingen an die dort bereits aktiven Mobilfunkbetreiber Telefónica, Airtel und Amena, die andere erhielt ein Konsortium unter Vivendi. Auch in Frankreich werden nur vier Lizenzen vergeben, womit die Regierung die Chancen der einheimischen Bieter wahren will.

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