Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2002

20:32 Uhr

Unterstützungslinien halten – Großteil der Vortagesverluste wettgemacht

US-Unternehmensdaten beflügeln Neuen Markt

VonJOSEF HOFMANN

Anleger am Neuen Markt können erst einmal aufatmen: Die Unterstützungslinien haben noch einmal gehalten - zumindest vorerst. Der Nemax All Share ging am Donnerstag 2,52 Prozent fester bei 1 130 Punkten aus dem Handel, der Nemax 50 notierte zum Börsenschluss bei 1 180 Zählern sogar 3,45 Prozent im Plus.

FRANKFURT/M. In einer Hinsicht dürfen sich die Analysten bereits nach den ersten Wochen des neuen Jahres bestätigt fühlen: Viele von ihnen hatten nämlich für 2002 starke Schwankungen an der Börse vorausgesagt. Auch gestern änderte der Neue Markt wieder einmal seine Richtung. Obwohl die Schlussstände der amerikanischen Börsen nicht gerade einen guten Start erwarten ließen, ging es bereits zur Eröffnung bergauf. Der Grund für die Rückkehr der Zuversicht kam jedoch auch von jenseits des Atlantiks. Dort hatten die beiden Computerhersteller Apple und Compaq nach Börsenschluss Zahlen präsentiert, die über den Erwartungen des Marktes lagen. Positiv wirkte auch der optimistische Ausblick des Internet-Dienstleisters Yahoo. Dies alles zusammen führte dazu, dass die Stimmung für Technologietitel sich wieder aufhellte und am Neuen Markt die nahen Unterstützungslinien nicht nach unten durchbrochen wurden.

Einige in Frankfurt notierten Firmen konnten zur Verbesserung der Stimmung auch etwas beitragen. So meldete der zum Verkauf stehende Discountbroker Consors, dass seine Kunden wieder mehr handeln, was auf eine allgemeine Belebung des Interesses an Wertpapieren hindeutet. Die Consors-Aktie wurde an der Börse mit einem Plus von 6,65 % auf 10,90 Euro belohnt. Auch Comdirect (+4,31 %) und DAB (+2,08 %) konnten zulegen. Selbst Sektorschwergewicht Bipop-Carire konnte sich von seinen Anfangsverlusten erholen.

Überraschend gut fiel das Jahresschlussgeschäft auch bei Mensch und Maschine (MuM) aus. Der Anbieter von CAD-Software meldete für das Gesamtjahr einen Umsatz von 145 Mill. Euro und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von etwa 10 Mill. Euro und übertraf damit die Erwartungen. Der im Vergleich zu anderen Werten des Neuen Marktes relativ stabilen Aktie bescherte das einen Kurszuwachs von immerhin 6,67 % auf 11,20 Euro.

Konstanz ist etwas, was man der Parsytec-Aktie nicht nachsagen kann. Zuerst verlor der Kurs von seinem Höchststand in den vergangen zwölf Monaten rund 96 % auf weniger als 2 Euro - Grund war eine Reduzierung der erwarteten Umsätze auf ein Drittel. Danach ging es bereits wieder um mehr als 250 % hoch. Gestern meldete der Softwarespezialist für Oberflächenkontrolle einen Auftrag über 5 Mill. Euro und bekräftigte seinen Willen, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Der Kurs stieg um 1,65 % auf 7,40 Euro.

In der Nähe der Penny Stocks hielt sich im September auch die Aktie von CAA auf. Auch dieser Talfahrt war eine gravierende Gewinnwarnung vorangegangen. Zusätzlich schwebt ein Verdacht auf Insidergeschäfte der Gründeraktionäre über dem Unternehmen. Gestern nun gab die Softwarefirma, die multifunktionale Bordcomputer für Autos herstellt, den Wechsel des Mehrheitsaktionärs bekannt. Künftig wird der Autoradio-Spezialist Harman-Becker das Sagen bei CAA haben. Harman-Becker hat seine Anteile auf mehr als 77 % aufgestockt. Zu den Verkäufern müssen neben Beteiligungsgesellschaften die beiden Gründungsaktionäre Gabriele Müller und Hans-Peter Schmidt gehören. Sie waren nach Insider-Vorwürfen aus dem CAA-Vorstand ausgeschieden, hielten jedoch noch große Aktienpakete an der Firma, die aktuell mit etwa gut 40 Mill. Euro bewertet ist. Ein öffentliches Angebot an die Minderheitsaktionäre gibt es bislang nicht. Nicht einmal die Hoffnung darauf half dem Kurs: Er gab gestern 6,59 % auf 4,25 Euro nach.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×