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25.01.2002

14:04 Uhr

Urheberrecht: "Erhebliche Missstände"

DJV erwartet schwierige Verhandlungen

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) rechnet nach der Verabscheidung des neuen Urhebervertragsrechts mit schwierigen Verhandlungen über eine angemessene Vergütung für freie Journalisten.

dpa BERLIN. An vielen Zeitungen und Zeitschriften herrschten noch "erhebliche Missstände", sagte der DJV-Justiziar Benno Pöppelmann am Freitag. "Es wird zu einem etwas heftigen Kräuseln kommen - ob es eine ganz dicke Welle wird, bleibt abzuwarten", sagte Pöppelmann. Er rechne mit Verhandlungen schon in diesem Jahr.

Nach dem zuvor im Bundestag beschlossenen Gesetz können in Zukunft freie Mitarbeiter mit Medienunternehmen brancheninterne Honorarregelungen aushandeln. Außerdem werden Autoren über den neu gefassten "Bestsellerparagrafen" mehr Rechte bei einem unerwarteten Erfolg ihrer Werke eingeräumt. Der Abstimmung war ein langer Streit zwischen der Medien- und Verlagsbranche mit Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) vorausgegangen.

"Spielraum" für Vergütungsregelungen

Zwar ist nach Ansicht der Gewerkschaften das vom Bundestag verabschiedete Gesetz ein Rückschritt gegenüber der ersten Fassung. So sei der "Bestseller-Paragraf" deutlich abgeschwächt worden. Dennoch gebe es einen "Spielraum", um Vergütungsregelungen für alle freien Autoren und Kreative der Medienbranche auszuhandeln. Bisher gebe es Tarifverträge für arbeitnehmerähnliche Mitarbeiter nur bei einigen Zeitungen sowie in den öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Die Schere bei den Honoraren arbeitnehmerähnlicher Mitarbeiter und freier Journalisten bewege sich in einem bis zu zweistelligen Prozentbereich. "Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir zweistellig erhöhen", sagte der DJV-Justiziar.

Pöppelmann warf den Verlegern "Machtmissbrauch" mit ihrer Anzeigenkampagne gegen das Gesetz vor. Auch kritisierte er die Rolle der Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die mit einem Scheitern des Gesetzes in seiner ursprünglichen Fassung im Bundesrat gedroht hatten.

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