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31.03.2003

08:27 Uhr

US Airways will nächste Woche den Gläubigerschutz beenden

US-Airlines drohen durch den Irak-Krieg neue Pleiten

Der Krieg im Irak fordert offenbar bald das erste Opfer unter den US-Fluggesellschaften: American Airlines droht die Insolvenz.

kk NEW YORK. Bereits diese Woche könnte die größte Fluggesellschaft der Welt einen Antrag auf Gläubigerschutz unter Chapter 11 stellen. Die American-Mutter AMR Corp. verhandelt seit Tagen mit Banken über eine Finanzierung, um in der Insolvenz weiterfliegen zu können.

AMR hatte bereits gewarnt, dass das Unternehmen Gläubigerschutz beantragen müsse, wenn es nicht Lohn-Zugeständnisse in Höhe von 1,8 Mrd. $ erhielte. Mit dem Krieg im Irak hat sich der Druck auf die Airline erhöht: Die Buchungen auf internationalen Strecken sind seit Beginn des Feldzugs um insgesamt 40 % gefallen. Das trifft AMR hart, da die Fluggesellschaft ein Viertel ihres Umsatzes auf diesen Routen macht.

Zudem rechnen Analysten nicht mehr mit einem schnellen Kriegsende. Die Aktie verlor am Freitag fast 12 %. Außerdem senkte die Kredit-Rating-Agentur Standard & Poor?s die Bewertung von AMR am Freitag um zwei Grade auf CCC.

Eine AMR-Sprecherin betonte, das Unternehmen mit Sitz in Fort Worth/Texas hoffe, dem Gläubigerschutz noch entgehen zu können. Unter dem starken Druck gelang es der Geschäftsführung am Wochenende auch, den Gewerkschaften Lohnzugeständnisse abzuringen: Die rund 13 500 Piloten der Fluggesellschaft boten die benötigten Konzessionen von 660 Mill. $ sowie neue Arbeitszeitregeln an. Auch die Flugbegleiter zeigten sich bereit, Lohnsenkungen von 340 Mill. $ zuzustimmen.

In den USA fliegen derzeit zwei große Fluggesellschaften unter Gläubigerschutz: US Airways und United Airlines (UAL). US Airways will bereits am Montag den Gläubigerschutz, knapp acht Monate nach dem Antrag, beenden. Der zuständige Richter gab der Airline am Freitag grünes Licht für den Termin.

Die Rating-Agenturen honorieren das: "Trotz der negativen Auswirkungen des Krieges bleibt US Airways im Plan", schrieb William Warlick, Analyst bei Fitch am Freitag. Am Wochenende kündigte US Airways an, den Lohn für alle Mitarbeiter wegen der Auswirkungen des Kriegs im Irak um 5 % kürzen wird.

UAL hat sich in der vergangenen Woche mit der Gewerkschaft der Piloten auf Gehaltskürzungen im Wert von 1,1 Mrd. $ geeinigt. Außerdem hat UAL den Piloten die Zustimmung für die Gründung einer Billig-Airline abgerungen. UAL will künftig 30 % ihres Geschäfts zu der Tochter verlegen.

Auch andere UAL-Gewerkschaften gaben in letzter Minute zu verstehen, dass sie doch noch zu Zugeständnissen bereit seien. Wenn sich die Arbeitnehmervertreter und die Geschäftsführung nicht bis zum Ende der Woche einigen, kann UAL die Gehälter per Gerichtsbeschluss kürzen. Einen entsprechenden Antrag hat das Management bereits gestellt.

Am Freitag kündigte die New Yorker Börse zudem an, dass sie die Aktien von UAL ab Donnerstag vom offiziellen Handel ausschließen werde. Grund ist, dass die Aktie 30 Tage lang unter 1 $ gehandelt wurde.

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