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13.06.2000

10:33 Uhr

US-Anwalt Fagan hält an Klage fest

Auch Österreich macht die Einigung bei Zwangsarbeiter-Entschädigung neuen Mut

Der Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Deutschland und den USA über die Entschädigung von Zwangsarbeitern lässt auch Österreich auf eine ähnliche Vereinbarung hoffen.

dpa/rtr WIEN. Die Einigung zwischen den USA und Deutschland bedeute auch für Österreich, "dass ein weiterer Stolperstein weggefallen ist", sagte die österreichische Regierungsbeauftragte für Zwangsarbeiter-Fragen, Maria Schaumayer, am Dienstag der nationalen Nachrichtenagentur APA in Wien. US-Anwalt Edward Fagan hat unterdessen das in Österreich geplante Gesetz als ungenügend bezeichnet.

Die neue rechtskonservative, österreichische Regierung hatte sich mit den USA und zahlreichen osteuropäischen Ländern auf die Errichtung eines Fonds in Höhe von sechs Milliarden Schilling (860 Millionen DM) geeinigt, aus dem rund 150 000 frühere Zwangsarbeiter Entschädigungen erhalten sollen. Zuletzt waren die Verhandlungen ins Stocken geraten, weil die USA keine Rechtssicherheit für österreichische Unternehmen garantieren konnten.

US-Anwalt: Ansprüche der Opfer werden nicht ernst genommen

Fagan sagte, er wolle an der Sammelklage gegen das Land festhalten. Österreichs Regierung nehme die Ansprüche der Opfer des Holocaust weiterhin nicht ernst, sagte Fagan am Dienstag. Gerichte und nicht die Angeklagten sollten für Gerechtigkeit sorgen.
Fagan hatte im April gegen Österreich vor einem US-Gericht eine Sammelklage in Höhe von 260 Mrd. Schilling (rund 37 Mrd. DM) eingebracht.

Die von der Regierungsbeauftragten Maria Schaumayer genannte Zahl von 150 000 Zwangsarbeitern weiche erheblich von den 239 000 ab, die eine Historiker-Kommission im Auftrag der Regierung erarbeitet habe, erläuterte Fagan. Es gebe daher keine verlässliche Basis für die laut Versöhnungs-Fonds vorgesehene Verteilung von sechs Mrd. Schilling.



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