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22.01.2003

07:30 Uhr

US-Batteriehersteller Energizer kauft Rasierklingen-Sparte von Pfizer

Nassrasierer kreuzen die Klingen

Der US-Pharmakonzern Pfizer verkauft sein Geschäft mit Rasierklingen an Amerikas zweitgrößten Batteriehersteller Energizer. Wie beide Firmen mitteilten, beläuft sich der Kaufpreis für die Pfizer-Tochter Schick Sword-Wilkinson auf 930 Mill. $. Schick ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Produkten für die Rasur mit einem Jahresumsatz von 650 Mill. $. Mit der Übernahme legt sich Energizer ein vollkommen neues Arbeitsgebiet zu und greift vor allem Marktführer Gillette an.

bef DÜSSELDORF. Bislang war der US-Konzern mit Sitz in St. Louis/Missouri ausschließlich im Geschäft mit Batterien etwa für Walkman oder Fernbedienungen tätig. Er machte damit im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,74 Mrd. $. Aufs Batteriegeschäft allein will sich Energizer künftig aber nicht mehr verlassen, denn der Umsatz war zuletzt rückläufig. Die Verbraucher kaufen nach Einschätzung der Hersteller statt teurer Marken verstärkt billigere No-Name-Batterien.

Mit der Übernahme zieht Energizer gegen Konkurrent Gillette ins Gefecht - und folgt zugleich dessen Strategie. Gillette ist nicht nur der weltgrößte Anbieter von Rasierklingen (Mach3), sondern mit der Marke Duracell auch Marktführer bei Batterien in den USA. Duracell verzeichnete jüngst ebenfalls Rückgänge und versucht nun, mit Preissenkungen verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.

Die konnte Gillette aber in den vergangenen Jahren durch sein breit gefächertes Produktangebot mehr als ausgleichen: So legte im Jahr 2001 nicht nur die Nassrasur-Sparte zu, sonder auch das Geschäft mit Zahnbürsten (OralB) und elektrischen Rasierern der Marke Braun.

Auf die Vorteile der Vermarktung mehrerer Produkte für den Haushaltsgebrauch setzt nun auch Energizer. "Schick-Wilkinson und Energizer haben vielfach die gleichen Käufer und Vertriebswege", erläuterte Konzernchef Pat Mulcahy.

Wilkinson hat Gillette zwar zuletzt im Geschäft mit Einwegrasierern Marktanteile abgenommen, doch ist das Unternehmen vergleichsweise klein. Nach Schätzung der britischen Marktforscher von Euromonitor International hat der Weltmarkt für Rasurartikel ein Volumen von etwa 5,5 Mrd. $. Dementsprechend hält SchickWilkinson einen Anteil von 12 %, während Gillette auf 62 % kommt. Dritter großer Anbieter von Rasierklingen ist mit 6 % Anteil der französische Bic-Konzern, der zugleich auch Buntstifte und Feuerzeuge herstellt.

Energizer-Chef Mulcahy begründete den Kauf von Schick auch mit den guten Wachstumschancen und den stabilen Gewinnspannen des Unternehmens. Tatsächlich sind Rasierklingen eines der wenigen Konsumgüter, bei denen noch Preiserhöhungen möglich sind. Entsprechende Pläne hat Gillette für seine Mach3-Klinge in den USA für März angekündigt. Nach Meinung vieler Hersteller sind Käufer durchaus bereit, für Marken-Rasierklingen mehr zu zahlen, weil sie die Qualitätsunterschiede deutlicher spüren.

Mit dem Verkauf von Schick-Wilkinson konzentriert sich Pfizer fast ausschließlich aufs Arzneigeschäft. Zuletzt hat der weltgrößte Pharmakonzern seine Tochter Adams abgegeben, die Kaugummi und Hustenbonbons verkauft. Sie ging für 4,2 Mrd. $ an den britischen Nahrungsmittelhersteller Cadbury Schweppes. Sowohl Rasierklingen als auch Kaugummis waren im Zuge der Übernahme des Pharmakonkurrenten Warner-Lambert Anfang 2000 bei Pfizer gelandet.

Quelle: Handelsblatt

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