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30.01.2002

22:35 Uhr

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US-Börsen schließen im Plus

Die US-Börsen haben ihre Gewinne nach der Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Leitzinsen unverändert zu lassen, im späten Geschäft ausgebaut.

rtr NEW YORK. Händler und Analysten sagten in ersten Reaktionen, die Äußerungen der Fed zur US-Konjunktur seien positiver gewesen als in vorangegangenen Kommentaren. Gleichzeitig habe die Fed auf Risiken für die US-Wirtschaft hingewiesen und damit die Tür für weitere Zinssenkungen offen gelassen. Der Dow-Jones-Index schloss 1,50 % im Plus bei 9762,86 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gewann 1,08 % auf 1913,44 Zähler, und der breiter gefasste S&P-500-Index stieg 1,17 % auf 1113,57 Zähler.

"Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, war erwartet worden, und das Gewicht liegt immer noch eher auf einer Konjunkturschwäche", sagte Atrizio Merciai, Chefstratege bei The Lombgard Odier Group. "Doch die Wortwahl erhärtet die Ansicht, dass die Konjunktur die Talsohle erreicht hat und die Wirtschaft an Stärke gewinnt."

Die Fed hatte die Leitzinsen zuvor unverändert gelassen, aber zugleich vor Risiken einer weiteren wirtschaftlichen Abschwächung gewarnt. Der für die Höhe der Kreditzinsen maßgebliche Zielsatz für Tagesgeld liegt damit weiter bei 1,75 %, dem niedrigsten Niveau seit vierzig Jahren. "Die Aussichten für eine konjunkturelle Erholung sind vielversprechender geworden", teilte die Fed weiter mit.

Anhaltende Sorgen um mögliche Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen weiterer US-Unternehmen hatten die Kurse an den US-Börsen im Vorfeld der Fed-Entscheidung gedrückt. Die durch den Zusammenbruch des Energiehändlers Enron verunsicherten Investoren könnten offenbar die Ängste vor Bilanzmanipulationen anderer Unternehmen nicht abschütteln, hieß es auf dem Parkett weiter. Am Dienstag hatte der Öl-und Gasproduzent Anadarko Petroleum mitgeteilt, er werde seine Bilanz korrigieren und weitere Sonderbelastungen hinzufügen. Die Aktie verlor rund ein Prozent auf 46,89 Dollar.

Sorgen um die Bilanzen drückten nach Händlerangaben auch die Aktien des Energiehändlers Williams Co, die rund 4,15 % auf 18,00 Dollar abgaben, sowie die Titel des Immobilienunternehmens Cendant, die 2,85 % schwächer auf 16,05 Dollar aus dem Markt gingen. Ebenso im Minus mit 2,13 % auf 71,29 Dollar schlossen die Titel des Versicherungskonzerns AIG. Die Aktien des Mediengiganten AOL Time Warner büßten 1,12 % auf 26,40 Dollar ein. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der Verlust im abgelaufenen Quartal sei durch Abschreibungen im Volumen von 1,7 Mrd. Dollar ausgeweitet worden.

Der Aktienkurs des US-Industriekonglomerates Tyco International drehte im späten Geschäft mit 3,57 % ins Plus auf 34,85 Dollar, nachdem die Aktie zuvor auf den tiefsten Stand seit 1999 eingebrochen war. Tyco waren in der Spitze um rund 18 % auf 27,50 Dollar gesunken. Nach dem Kurseinbruch hatten zwei Tyco-Topmanager am Mittwoch den Kauf von einer Million Tyco-Papiere angekündigt. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die geplante Aufspaltung des Konzerns in vier Unternehmen bekanntgegeben. Zudem hatte Tyco mitgeteilt, 20 Mill. Dollar an den Direktor Frank E. Walsh und eine Stiftung, deren Treuhänder Walsh ist, gezahlt zu haben.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,99 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1892 Gewinner 1205 Verlierer, und 207 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Mrd. Aktien 1942 Titel im Plus, 1620 im Minus und 301 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 16/32 tiefer mit 99-29/32 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 5,00 %. Die 30-jährigen Titel fielen 21/32 auf 99-4/32 und rentierten mit 5,43 %.

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