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01.05.2003

18:00 Uhr

US-Einkaufsmanager gesunken

Schwache US-Daten dämpfen Hoffnungen

Eine Reihe schwacher US-Konjunkturdaten hat am Donnerstag Hoffnungen auf eine baldige konjunkturelle Belebung der weltweit größten Volkswirtschaft gedämpft. So ging der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager im April überraschend zurück. Auch die Zahlen zur Produktivität im ersten Quartal und zu den Bauausgaben im März blieben unter den Erwartungen. Weitere Daten, die ebenfalls schlechter als von Volkswirten prognostiziert ausfielen, unterstrichen die angespannte Lage auf dem US-Arbeitsmarkt.

Reuters NEW YORK. Analysten sprachen von enttäuschenden Berichten, die allerdings unter dem Eindruck des Irak-Krieges stünden. Die Zahlen zeigten, dass sich die US-Wirtschaft wieder nahe der Stagnation bewege, und machten eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) wahrscheinlicher. Beim Fed-Treffen kommende Woche wird allerdings weiterhin überwiegend noch nicht mit einer geldpolitischen Lockerung gerechnet. Die Daten drückten an der Wall Street die Kurse. Der Dollar fiel zum Euro auf ein Vier-Jahres-Tief. Die Gemeinschaftswährung stieg dabei auf 1,1278/82 Dollar.

Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel im April auf 45,4 (März 46,2) Punkte, wie das Institute of Supply Management (ISM) mitteilte. Analysten hatten demgegenüber einen Anstieg auf 47,3 Zähler erwartet. Ein Index-Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen eine Schrumpfung an.

"Es war ein ziemlich schwacher Bericht", kommentierte Henry Willmore, Volkswirt bei Barclays Capital in New York, den ISM-Index. "Ich denke, es ist ein Niveau, das ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von nahe Null anzeigt." James Glassman von von JP Morgan Chase ergänzte: "Das wird die Erwartung bestärken, dass eine Zinssenkung der Fed weiter auf dem Tisch bleibt, vielleicht nicht nächste Woche, aber später könnte es dann dazu kommen, sollten die verheißungsvollen Anzeichen einer verbesserten Stimmung nicht zu einer Belebung der Nachfrage führen."

Auch Fed-Chef Alan Greenspan hatte am Mittwoch darauf hingewiesen, dass sich das Geschäftsklima im Gegensatz zum Verbrauchervertrauen zuletzt nicht merklich aufgehellt habe. Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen ist seiner Auffassung nach ein Haupthindernis für die erhoffte konjunkturelle Belebung. Trotz der Risiken rechnet Greenspan mit einer Erholung der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr, die auch zu einer Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt führen werde.

In der vergangenen Woche sank die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe zwar saisonbereinigt auf 448 000 (Vorwoche 461 000). Analysten hatten aber mit einem stärkeren Rückgang auf 432 000 Anträge gerechnet. An den Finanzmärkten wird bereits mit Spannung der US-Arbeitsmarktbericht für April erwartet, der am Freitag veröffentlicht werden soll.

Wegen der Konjunktur- und Nachfrageschwäche stieg die Produktivität der US-Wirtschaft im ersten Quartal weniger stark als erwartet. Die Produktion je Arbeitsstunde erhöhte sich nach vorläufigen Angaben des Arbeitsministeriums in Washington auf eine zum Vorquartal hochgerechnete Jahresrate von 1,6 (Vorquartal plus 0,7) Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen durchschnittlich eine Beschleunigung des Produktivitätswachstums von 2,1 % vorausgesagt. Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen (Arbeits-)Produktivität bestimmt im Prinzip den Spielraum, der für Lohn- und Gehaltserhöhungen zur Verfügung steht. Sie ist daher für den Wohlstand einer Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist sie eine entscheidende Kennziffer für die Zinspolitik der US-Notenbank.

Auch die US-Bauausgaben blieben im März unter den Erwartungen der Experten. Sie fielen nach Angaben des Handelsministeriums im Vergleich zum Februar um ein Prozent, während Analysten einen Anstieg um 0,2 % prognostiziert hatten.

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