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12.07.2000

23:07 Uhr

hus NEW YORK. "Wenn wir uns auf den US-Markt konzentrieren und eine heimische Firma bleiben wollen, haben wir die halbe Welt", soll der etwas starrköpfige Vorstandschef des US-Brokerhauses Paine Group, -Webber New York, erst kürzlich noch gesagt haben. Der heute 65-jährige Donald B. Marron hatte sich lange geweigert, sein angesehenes, 1879 gegründetes Investmenthaus zu verkaufen. Erst im April dieses Jahres hatte er eingestanden, dass sein Haus "für alles offen ist, was das Wachstums fördern kann." Sein möglicher Abtritt wird mit dem ausgehandelten Deal mehr als vergoldet. Nach vielen Jahren im Chefsessel des viertgrößten Brokerhauses der USA dürfte Marron Untenehmens-Aktien im Wert von 85 Mill. $ mit nach Hause nehmen. Zumindest nach dem Preis, den UBS zu zahlen bereit ist.



Paine-Webber mit seinem US-weiten Netz von 8 500 Brokern und Beratern und 300 staatenweiten Filialen hat sich auf die Vermögensverwaltung und-beratung von wohlhabenden Klienten spezialisiert und galt schon lange als einer der attraktivsten Übernahmekandidaten der Wall Street. Neben Erfahrung in der Vermittlung von Aktien, Festverzinsliche, Optionen oder Investmentfonds verfügt das Unternehmen auch über einen vorzeigbarer Online-Bereich, der den Kunden ermöglicht, selbstständig ihr Konto über das Internet zu bedienen. Erst im April hat Paine-Webber das Brokerhaus J. C. Bradford in Nashville/ Tennessee gekauft.



"Mit der Deregulierung in Europa und dem Wandel in der Altersvorsorge brauchen die europäischen Banken Expertise im Geld-Management-Bereich und besseren Zugang zu US-Produkten", meint Bankenanalyst Bradley Berning von der U.S. Bancorp Piper Jaffray. "Paine-Webber bietet da einen sehr bekannten Markennamen." Für Paine-Webber bringt die Anbindung an UBS eine nie da gewesene internationale Dimension. Allerdings fehlt den Schweizern auch nach der Akquisition ein gewichtiger US-Partner im lukrativen Investment Banking-Geschäft. "Ein vergrößerter UBS-Konzern bedeutet für die großen US-Investmenthäuser keine echte Bedrohung", notiert denn auch Merrill Lynch Analyst Judah Kraushaar. Der unabhängige Bankberater Bert Ely in Alexandria/Virginia glaubt, dass der Schritt auch die Deutsche Bank in den USA eher kalt lassen dürfte. "Bankers Trust ist eine Investmentbank und hat hauptsächlich Unternehmen als Kunden, Paine-Webber ist da keine Konkurrenz." Ely äußert zudem Zweifel, ob die Fusion auch kulturell gelingt.

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