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30.01.2002

19:00 Uhr

US-Konsumgüterhersteller befinden sich auf Wachstumskurs

Coke und Milka produzieren süße Profite

Das hohen Gewinnwachstum vieler US-Konsumgüterhersteller hat die Analysten nicht beeindruckt. Die guten Jahresergebnisse erfüllen ihre Erwartungen. Die Investmentbanken gehen auch weiterhin von guten Wachstumschancen aus.

ire/kk DÜSSELDORF/NEW YORK. "Die Menschen müssen essen, egal was passiert." Diese nach den Anschlägen vom 11. September geäußerte Erkenntnis untermauerte Betsy D. Holden, Co-Vorstandschefin von Kraft Foods Inc., durch Unternehmenszahlen für das Jahr 2001. Denn der größte nordamerikanische Nahrungsmittelhersteller (Milka, Jacobs-Kaffee, Philadelphia) hat seinen Gewinn im vierten Quartal 2001 - wie von Experten erwartet - um ein Drittel auf 556 Mill. $ gesteigert. Auf das Gesamtjahr bezogen erhöhte der in Northfield/Illinois ansässige Konzern auch seinen Umsatz um 27,7 % auf 33,8 Mrd. $, wobei dieses Wachstum aber vor allem auf die Übernahme des Keksherstellers Nabisco zurückzuführen ist.

Kraft festigte damit seinen weltweit zweiten Platz in der Ernährungsindustrie hinter Nestlé. "Wir sehen neben Kraft niemanden in der Branche, der ein so hohes Umsatzwachstum erzielt. Das ist sehr eindrucksvoll", sagt David Nelson, Analyst bei Credit Suisse First Boston. Der Nettogewinn von Kraft stieg auf rund 1,8 Mrd. $. Pro Aktie bleibt unter dem Strich ein Gewinn von 1,76 $. Profitieren wird davon hauptsächlich der weltgrößte Zigarettenhersteller Philip Morris, denn der hält auch nach dem Börsengang von Kraft im Vorjahr noch etwa 84 % der Aktien. Die Philip-Morris-Aktie startete gestern an der New Yorker Börse mit einem leichten Plus in den Handel.

Der US-Getränkegigant Coca-Cola Co. hat sein Wachstumsziel beim Umsatz dagegen nicht erreicht. Zweimal musste der weltgrößte Erfrischungsgetränkehersteller im Vorjahr seine Prognosen revidieren. Von dem ambitionierten Ziel, den Umsatz um 7 % zu steigern, das Coca-Cola-Chef Douglas N. Daft zu Jahresanfang genannt hatte, blieb letztlich ein Plus von 1 % auf 20,1 Mrd. $ übrig. Der Gewinn, der um etwa 10 % auf knapp 4 Mrd. $ gestiegen war, soll im laufenden Jahr - trotz negativer Währungseffekte und Abwertung des argentinischen Peso - nochmals um 11 bis 12 % zulegen.

Im Jahr 2001 wuchs der Konzern vor allem in Asien und Afrika. Das US-Geschäft dümpelt dagegen bei einer Steigerungsrate von 2 %. Deutschland bleibt das Sorgenkind der Konzernspitze in Atlanta/Georgia. Das neue Management unter Götz-Michael Müller soll das Unternehmen in diesem Jahr auf den Wachstumspfad zurückbringen. "Coca-Cola hat sich stark auf die Verjüngung der Kernmarken konzentriert. Die Entwicklung bei Coke und Diet Coke zeigt seit dem zweiten Quartal 2001 bereits einen erfreulichen Trend", schreibt UBS-Warburg-Analystin Caroline Levy in ihrem Kommentar. Für die Investment-Bank bleiben die Aktien des Getränkemultis auf "Strong-Buy".

Der US-Nahrungsmittelkonzern Kellogg Co. hat Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal erneut gesteigert. Das Unternehmen aus Battle Creek/Michigan, das unter anderem Cornflakes und Backwaren herstellt, begründete die Entwicklung damit, dass sich nach Übernahme des Backwarenherstellers Keebler allmählich die Synergien heben ließen. Bei Nettoumsätzen von 2,21 Mrd. $ legte der Gewinn im vierten Quartal 2001 auf 124,6 (Vorjahr: 93,2) Mill. $ zu. Insgesamt erzielte Kellogg 2001 einen Umsatz von fast 9 Mrd. $. "Sie machen Fortschritte", sagt Andrew Lazar, Analyst von Lehman Brothers. "Aber es wird wohl noch bis zum zweiten Quartal 2002 dauern, bis wir ein dauerhaftes Wachstum sehen."

Unbefriedigend blieb Anfang dieser Woche lediglich das Ergebnis der Gillette Co. aus Boston. Mit einem Umsatzrückgang von 3 % auf 8,9 Mrd. $ brach auch der Gewinn des Rasierer- und Batterienherstellers (Duracell) pro Aktie um 16 % auf 99 US-Cents ein. Die negative Entwicklung ist auch auf einen unvorteilhaften Produktmix und die Konjunkturschwäche in Lateinamerika zurückzuführen. "Gillette ist ein Unternehmen, das sich in einer Übergangsphase befindet", sagt William Steele, Analyst der Banc of America Securities. Das frühere Management habe eine Reihe von Fehlern gemacht, die aber inzwischen korrigiert worden wären.

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