Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2003

13:49 Uhr

US-Manager Solomon Trujillo wird neuer CEO

Orange tauscht Chefetage aus

Der zu France Telecom gehörende Mobilfunkkonzern Orange hat überraschend den US-Telekom-Manager Solomon Trujillo zum neuen Vorstandschef berufen und wird auch die Posten des Vize-Chefs und des Finanzvorstands neu besetzen.

Reuters PARIS. Der 51-jährige Trujillo wurde einer Mitteilung des Unternehmens vom Freitag in Paris zufolge zum Nachfolger von Unternehmenschef Jean-Francois Pontal berufen, der am 3. März aus dem Amt scheiden wird. Den Posten des zurückgetretenen Finanzchefs Simon Duffy wird den Angaben zufolge Anfang März Wilfried Verstraete übernehmen, bisher Finanzchef beim Internet-Unternehmen Wanadoo, das ebenfalls zu France Telecom gehört. Nach der unerwarteten Nominierung von Trujillo erklärte kurzfristig auch der Vize-Chef Graham Howe seinen Rücktritt. Nach Angaben von France Telecom wird der seit elf Jahren bei Orange arbeitende Howe das Unternehmen nach einer Übergangszeit spätestens in einem Jahr verlassen.

Unternehmensinsidern zufolge hat niemand mit der Ernennung von Trujillo gerechnet, der im Jahr 2000 das Telekomunternehmen US West verlassen hatte. Neben Howe war auch der Chef von Orange France, Didier Quillot, als Kandidat für den CEO-Posten gehandelt worden. France Telecom-Chef Thierry Breton bezeichnete Trujillo bei seiner Ernennung als seinen persönlichen Freund, der Synergien zwischen Orange und dem Festnetzanbieter France Telecom erzielen soll.

Der Austausch der Führungsmannschaft unterstreicht die jüngsten Spannungen zwischen dem größten Mobilfunkanbieter in Frankreich und Großbritannien sowie der französischen Konzernmutter. Der scheidende Chef Pontal hatte seinen Rücktritt im Zuge der Berufung von Breton an die Spitze von France Telecom Ende vergangenen Jahres erklärt.

France Telecom hatte das ursprünglich vor allem in Großbritannien aktive Mobilfunkunternehmen Orange Mitte 2000 vom Mobilfunkkonzern Vodafone erworben. Vodafone musste sich aus kartellrechtlichen Gründen von dem zu Mannesmann und davor zu Hutchison Whampoa gehörenden Anbieter trennen. In Deutschland scheiterte zuletzt die Partnerschaft von Orange und Mobilcom beim Aufbau eines UMTS-Mobilfunknetzes. Damit bleibt der drittgrößte europäische Mobilfunkanbieter hinter Vodafone und der Telekom-Tochter T-Mobile in Deutschland auf den Wiederverkauf von Mobilfunkdienstleistungen durch Mobilcom und Hutchison beschränkt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×