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21.03.2003

10:54 Uhr

US-Militärforscher entwickeln Schutz vor Biologische Waffen

Infrarotsensor erkennt Bioattacken

Trotz mangelnder Hinweise der UN-Inspektoren ist bei den US-Truppen die Angst vor Angriffen mit Biowaffen im Irak groß. US-Militärforscher haben daher eine Methode entwickelt, Bakterien in Wolken bereits aus rund drei Kilometer Entfernung zu entdecken.

wsa HAMBURG. Mit einem hoch empfindlichen Spektrometer für Wärmestrahlung und ausgefeilten Analyse-Programmen konnten sie mit Bakterien versetzte Aerosole, das heißt Teilchen, die in der Luft schweben, mit einer verlässlich hohen Sicherheit identifizieren, berichten sie im Fachblatt "Optics Express".

"Die Ergebnisse sind ermutigend und zeigen zum ersten Mal, dass biologische Aerosole mit passiven Infrarotsensoren (FTIR) aufgespürt werden können", sagt Avishai Ben-David, Wissenschaftler am Edgewood Chemical Biological Center im US-Staat Maryland. Bisher dachten Sensorexperten, dass Infrarotsignale nicht empfindlich genug wären, um die Zusammensetzung von Wolken aus großer Entfernung zu analysieren. Ben-David belegte nun das Gegenteil.

Für seine Versuche setzte der Sensorexperte gezielt Sporen eines Bakteriums aus, das große Ähnlichkeiten zu Anthrax-Erregern aufweist. Insgesamt verteilten sich 800 Gramm der Bakteriensporen in den aufgewühlten Staubwolken auf einer unbefestigten Schotterstraße. Aus drei Kilometern Entfernung zeichnete Ben-David mehrere Spektren im Infrarotbereich mit einem hoch empfindlichen Spektrometer auf. Nach aufwendigen Analysen und geschickter Unterdrückung von Störsignalen konnte er aus diesen Messungen auf die "Verseuchung" der Wolken mit Bakteriensporen schließen.

Der Wissenschaftler will die Technik möglichst bald zu einem verlässlichen Frühwarnsystem für Anthrax-verseuchte Wolken weiter entwickeln.

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