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02.01.2008

09:33 Uhr

US-Präsidentschaftswahl

„Amerika am Scheideweg“

Nun wird es ernst: Die Bewerber für die Kandidatur zur US-Präsidentenwahl haben sich mit letzten Appellen an die Anhänger der beiden Parteien in Iowa gewandt. Die meisten Umfragen zeigen bei den Demokraten ein knappes Rennen zwischen Clinton, Senator Barack Obama und Exsenator John Edwards.

HB DES MOINES. In Iowa beginnt das Ausscheidungsrennen der Wählerversammlungen und Vorwahlen, in dem die beiden Kandidaten für die Nachfolge von George W. Bush bestimmt werden. „Amerika steht mit Beginn des neuen Jahres am Scheideweg“, sagte die demokratische Senatorin Hillary Clinton in einer Fernsehbotschaft, die am Mittwoch ausgestrahlt werden sollte. „Nach all den Gemeindetreffen bei Kaffee und Kuchen kommt es jetzt nur noch auf eins an: Wer ist bereit für die Präsidentschaft und für die Lösung der großen Probleme, mit denen wir am Tag 1 konfrontiert sein werden?“ Die USA seien weiter im Krieg, die Wirtschaft sei ins Wanken geraten, und 47 Mill. Menschen seien ohne Gesundheitsversorgung.

Die meisten Umfragen zeigen bei den Demokraten ein knappes Rennen zwischen Clinton, Senator Barack Obama und Exsenator John Edwards. Auch Obama und Edwards hatten für Montag Sendezeit für letzte Wahlspots gebucht. „Die Umfragen sehen gut aus“, sagte Obama. „Das einzige, was zählt, ist aber, ob die Leute wirklich zur Wählerversammlung auftauchen oder nicht.“ An insgesamt 1 784 Orten in Iowa gibt es am Donnerstag eine Wählerversammlung (Caucus). Dabei bestimmen die besonders engagierten Anhänger beider Parteien ihre Präferenzen für die Präsidentschaftskandidatur.

Auf Seiten der Republikanischen Partei sind es zwei ehemalige Gouverneure, die in Iowa eine realistische Siegeschance haben: Mike Huckabee aus Arkansas und Mitt Romney aus Massachusetts. Huckabee warb in der Ortschaft Sergeant Bluff im äußersten Westen von Iowa vor mehreren hundert Anhängern für eine rege Teilnahme an den Wählerversammlungen: „Kommt nicht allein, nehmt andere Leute mit. Macht das Auto voll. Mietet einen Kleinbus oder entführt den Kirchenbus! Macht einfach alles, um Leute zum Caucus zu bringen, die mich wählen werden.“

Fünf Tage nach den Versammlungen in Iowa folgen Vorwahlen in New Hampshire. Der Vorwahlmarathon zieht sich bis Anfang Juni mit den letzten Abstimmungen in den Staaten New Mexiko und South Dakota hin. Eine Vorentscheidung über die Präsidentschaftskandidaten könnte aber schon am 5. Februar fallen. An diesem sogenannten Superdienstag entscheiden die Wähler in rund der Hälfte der 50 US-Staaten über ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Dazu zählen auch New York und Kalifornien.

Die Entscheidung fällt auf Nominierungsparteitagen, deren Delegierte in den Vorwahlen bestimmt werden: Vom 25. bis 28. August kommen die Demokraten in Denver zusammen, die Republikaner folgen vom 1. bis 4. September in Minneapolis. Der Nachfolger von Präsident George W. Bush wird dann am 4. November gewählt.

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