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02.04.2003

08:27 Uhr

US-Produktlinie verkauft

Schwarz Pharma hebt Prognosen an

Der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma hat wegen guter Geschäfte mit seinem Magenmittel Omeprazol die Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Jahr erhöht.

Reuters FRANKFURT/M. Schwarz Pharma rechne für 2003 nun bei unveränderten Wechselkursen mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zuvor war das Unternehmen von 1,8 Milliarden Euro ausgegangen. Die Prognose für den Jahresüberschuss steige um 50 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro. Erst im Oktober hatte die Schwarz Pharma Tochtergesellschaft KUDCo die Zulassung erhalten, mit Omeprazol das einzige Nachahmerprodukt des Magenmittels Prilosec von AstraZeneca auf dem US-Markt zu vertreiben.

Die Aktien des im MDax gelisteten Unternehmens legten nach am Mittwoch zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent zu. Das Generikum werde voraussichtlich mit 1,2 Milliarden Dollar zum Jahresumsatz beitragen, hieß es weiter. Im ersten Quartal 2003 habe KUDCo mit dem Präparat etwa 300 Millionen Dollar umgesetzt. Durch den Verkauf der Produktionslinie Niferex, einem Eisenersatzmittel, für 14,3 Millionen Dollar an eine US-Firma seien zudem Kapazitäten zur verstärkten Herstellung von Omeprazol freigeworden. Damit könne etwa 70 Prozent des Prilosec-Marktes bedient werden. KUDCo prüfe zudem einen Ausbau der Produktion.

Der Ausbau der Kapazitäten sei schneller als erwartet gegangen, sagte Analyst Peter Düllmann vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Schwarz Pharma hatte im Februar angekündigt, dass es die Produktionskapazitäten für Omeprazol erweitern und so den Gruppenumsatz in diesem Jahr verdoppeln sowie den Gewinn vervierfachen wolle. Durch die erhöhte Produktionskapazität habe sich die Lücke zwischen Schwarz Pharma und anderen potenziellen Anbietern für Prilosec-Generika vergrößert, sagte Düllmann weiter.

Die Auswirkung der Produktionserhöhung entspreche etwa 500 Millionen Dollar an Umsatz für Prilosec, schätzte ein Pharma-Analyst in London. Prilosec war einst das weltweit bestverkaufte Magen-Darm-Mittel. Die britisch-schwedische AstraZeneca setzt nun große Hoffnung auf das Magenmittel Nexium sowie eine Reihe anderer neuer Medikamente, um die Umsatzausfälle zu kompensieren.

Schwarz Pharma rechnet nach eigenen Angaben damit, auch noch im kommenden Jahr als einziger in den USA eine Prilosec-Nachahmerversion anbieten zu können. Je nach Ausgang der anhängigen Berufungsverfahren könnte Schwarz Pharma sogar bis 2007 als einzige Firma ein Prilosec-Generikum in den USA anbieten.

Die Schwarz Pharma-Aktien notierten am Mittag 3,3 Prozent höher bei 33,59 Euro. Im frühen Handel hatten sie um mehr als sieben Prozent zugelegt.

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