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02.02.2001

19:23 Uhr

US-Raketenabwehrsystem lässt Russland an Gegenmaßnahmen denken

US-Raketenabwehr betrübt Stimmung

Russland droht mit Gegenmaßnahmen, falls die USA den ABM-Vertrag verletzen und ein Raketenabwehrsystem installieren würden.

ap MOSKAU. Die russische Militärführung hat den Amerikanern mit Gegenmaßnahmen gedroht, falls die USA unter Verletzung des ABM-Vertrags von 1972 ein Raketenabwehrsystem installieren. "Trotz knapper Gelder haben wir Möglichkeiten, uns vor dieser Bedrohung zu schützen", sagte der stellvertretende Generalstabschef Waleri Manilow am Freitag in einer Pressekonferenz in Moskau. Dies wäre nicht einmal so teuer, meinte der General ohne Einzelheiten zu nennen.

Hintergrund des sich abzeichnenden Streits zwischen Moskau und Washington ist die Absicht der neuen US-Regierung von Präsident George W. Bush, die von der früheren Regierung auf Eis gelegten Pläne für eine Nationale Raketenabwehr (NMD) weiter zu verfolgen. Russland sieht darin einen Verstoß gegen das amerikanisch-sojwetische Abkommen über das Verbot von Raketenabwehrsytemen (ABM). Das Projekt stößt auch bei China und den europäischen Verbündeten der USA auf Kritik.

Der ABM-Vertrag beschränkt die nationale Raketenabwehr auf die Hauptstädte. Bush hatte während der Präsidentschaftswahlkampfs die Raketenabwehr zu einem Hauptthema gemacht und betont, dass er in jedem Falle ein System entwickeln wolle - auch wenn es nicht mit dem ABM-Vertrag übereinstimme. US-Außenminister Colin Powell sagte am 17. Januar im Senat, der ABM-Vertrag in seiner aktuellen Form sei nicht mehr relevant für die neue amerikanische Verteidigungsstrategie.

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