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17.02.2002

13:26 Uhr

US-Soldaten verlegt

Blutige Bombenanschläge auf Südphilippinen

Einen Tag nach blutigen Bombenanschlägen auf den Südphilippinen haben die USA am Sonntag ihre Elitetruppen im Kampfgebiet der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf weiter verstärkt. 30 amerikanische Anti-Terror-Spezialisten sind auf der südlichen Insel Basilan eingetroffen.

dpa ZAMBOANGA. Am Vortag waren bei der Explosion zweier Sprengsätze auf der Insel Jolo und in der nahen Hafenstadt Zamboanga mindestens 4 Menschen getötet und 50 verletzt worden. Die Behörden vermuten hinter den Attentaten ebenfalls Abu-Sayyaf-Extremisten.

Nach dem Worten eines philippinischen Militärsprechers trafen am Sonntag 30 amerikanische Anti-Terror-Spezialisten auf der südlichen Insel Basilan ein, wo die militante Moslemgruppe seit Monaten ein US-Ehepaar festhält. Als Teil einer gemeinsamen Militärübung sollen die Amerikaner offiziellen Angaben zufolge philippinische Soldaten im Kampf gegen Terroristen schulen, sich aber nicht an Militäraktionen beteiligen. Insgesamt sollen 160 US-Soldaten nach Basilan verlegt werden. Am Freitag war dort ein Voraustrupp von 20 Mann gelandet.

Der Bombenanschlag auf einem belebten Markt der Insel Jolo mit 4 Toten und 45 Verletzten war nach Angaben eines Armeesprechers eine Vergeltungsaktion für die Militäroffensive gegen die Rebellen, bei der seit Anfang des Monats mindestens 27 Abu-Sayyaf-Kämpfer starben. Wenige Stunden später war in einem Kino der Hafenstadt Zamboanga ein zweiter Sprengsatz explodiert, wobei 5 Zuschauer verletzt wurden.

In Zamboanga sind derzeit im Rahmen des gemeinsamen Manövers mit dem Namen "Balikatan 02-1" (Schulter an Schulter) etwa 400 US-Soldaten stationiert. Insgesamt sollen sich 660 amerikanische und 3 800 philippinische Soldaten an dem Übung beteiligen, die voraussichtlich im Juni abgeschlossen sei wird. Der philippinische Verteidigungsminister Angelo Reyes betonte, dass die Anschläge vom Samstag keinen Einfluss auf das Manöver haben würden.

Neben Basilan gilt auch die Nachbarinsel Jolo als Hochburg der Abu-Sayyaf-Extremisten. Dorthin hatte sie im Jahr 2000 über ein Dutzend westliche Urlauber, darunter drei Mitglieder der Göttinger Familie Wallert, entführt und monatelang festgehalten.

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