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14.01.2002

19:00 Uhr

US-Stromkonzern erhält keine Barzahlung

UBS übernimmt Enrons Energiehandel

Die Investmentbank der Schweizer UBS AG, UBS Warburg, hat sich in der Auktion um die Handelsplattform des zahlungsunfähigen Energie-Konzerns Enron durchgesetzt. Auch die Citigroup Inc. hatte bis zuletzt mit geboten. Die beiden Großbanken galten als die einzigen ernsthaften Interessenten für den Geschäftsbereich, der zuvor 90 % der Enron-Gewinne generierte.

ef/kk/wsj ZÜRICH/NEW YORK. Nach dem Abkommen, das noch vom Konkursgericht genehmigt werden muss, wird Enron seinen Energie-Großhandel mit 800 Mitarbeitern samt Computer- und Software-Ausrüstung an UBS Warburg abgeben. Die Schweizer Bank wird allerdings keine Handels-Positionen übernehmen, die nun schrittweise abgewickelt werden sollen.

Die Einigung sieht keine Barzahlung von UBS vor. Stattdessen wird UBS nach Angaben von Enron dem Unternehmen über zehn Jahre Lizenzgebühren in Höhe von einem Drittel der Gewinne vor Steuern zahlen. Der Bank bietet sich zudem die Möglichkeit, die Zahlungen durch höhere Aufkommen im dritten, vierten und fünften Jahr früher zu beenden.

Enron hatte ursprünglich gehofft, einen Interessenten zu finden, der 51 % der Handelsplattform übernimmt und den Handel gemeinsam mit Enron als Joint Venture weiterführt. Nach der Übernahme durch UBS muss Enron dagegen komplett auf seinen ehemaligen Gewinnbringer verzichten.

UBS will mit dem Kauf der Energie-Handelsplattform von Enron ihr US-Geschäft stärken. Ein UBS-Sprecher sagte dem Handelsblatt, dass die größte Schweizer Bank durch die Transaktion ihre Position im US-Handel stark ausweiten könne. Der Ausbau der Handelspräsenz in den USA sei ein strategisches Ziel von UBS Warburg. Schon jetzt verfüge die UBS-Investmentbank dort im Handelsbereich über ein hohes Maß an Know-how. Bisher handelt UBS in Amerika in erster Linie mit Wertpapieren und Derivaten. Der Rohstoffhandel stelle eine wichtige Ergänzung dar, so ein Sprecher.

Die Handelsplattform soll demnächst unter dem Namen New Energy Trading Company firmieren. Über die Plattform werden Öl, Ölprodukte, Erdgas, Strom, Metalle, Kohle, Holzprodukte und Stahl sowie Derivate auf diese Produkte gehandelt.

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