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15.02.2002

22:26 Uhr

US-Verbrauchervertrauen verstärkt Druck auf US-Aktien

Wall Street schließt mit Verlusten

Die Wall Street hat am Freitag mit Verlusten geschlossen. Der Standardwerte-Index Dow Jones verlor 0,99 % auf 9 903,04 Punkte. Grund dafür ist der überraschende Rückgang des Index des US-Verbrauchervertrauens.

Reuters NEW YORK. Ein überraschender Rückgang des Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan im Februar hat am Freitag vor dem durch den Feiertag am Montag (Presidents Day) verlängerten Wochenende den Druck auf die US-Aktienmärkte verstärkt. Händlern zufolge untergruben weiterhin Sorgen um Bilanzierungspraktiken von US-Firmen und wachsende Schulden im US-Telekomsektor das Vertrauen der Investoren.

Der Standardwerte-Index Dow Jones verlor 0,99 % auf 9 903,04 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite gab um 2,07 % auf 1 805,19 Punkte nach. Der breit gefasste S&P-Index gab um 1,10 % auf 1104,19 Punkte nach.

Der Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan fiel Anfang Februar entgegen der Analystenerwartungen auf 90,9 nach 93,0 Punkten im Januar. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem leichten Anstieg des Index auf 93,4 Zähler gerechnet. "Nach zuletzt sehr guten Daten für die US-Wirtschaft ist dies ein Rückschlag", sagte ein Händler. Vor allem für diejenigen, die angesichts der Sorgen um die Abrechnungspraktiken von Unternehmen auf gute Konjunkturnachrichten gewartet hätten, seien die Zahlen eine herbe Enttäuschung gewesen. Auch die zuvor vorgelegten Daten der US-Erzeugerpreise und der Industrieproduktion hätten nicht dazu beigetragen, die Stimmung zu verbessern, hieß es im Handel.

Die US-Industrie produzierte im Januar wie erwartet im sechsten Monat in Folge weniger. Die Gesamterzeugung fiel im Monatsvergleich um 0,1 % nach einem revidierten Minus von 0,3 % im Dezember. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet. Zugleich fiel die Kapazitätsauslastung wie von Experten prognostiziert auf 74,2 % von 74,4 % im Dezember auf den niedrigsten Auslastungsgrad seit April 1983. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Januar zum Vormonat um 0,1 % nach einem revidierten Minus von 0,6 % im Dezember.

Berichte über die Prüfungen der Bücher bei Take-Two Interactive Software und ein Bericht der "New York Times" zum Verkauf einer IBM-Tocher regten Händlern zufolge die Befürchtungen von neuen an, dass nach dem Energiehändler Enron weitere Fälle "innovativer" Buchführung folgen könnten. IBM sackten um 4,63 % auf 102,98 $ ab, Take-Two um 2,05 % auf 18,18 $. "Bilanzierung, Buchführung und Finanzen ... sind der Rohstoff für die Wall Street. Wenn das Vertrauen in diese Zahlen schwindet, fallen die Kurse", sagte Michael Vogelzang, Präsident von Boston Advisors Inc. Jeff Kleintop vom Investmenthaus PNC Advisers fügte hinzu: "Die Leute sind sehr vorsichtig in Bezug auf Bilanzen und Bilanzfragen und warten, wann wieder etwas auffliegt".

Nach der Abstufung der Bonitätsbewertung des US-Telekommunikationsanbieters Qwest durch Ratingagenturen am Vorabend erholte sich das Papier nach anfänglich deutlichen Verlusten um 0,93 % auf 7,56 $. Die Aktien von Dell sackten nach anfänglichen leichten Gewinnen um 4,4 % auf 25,63 $ ab. Der Konzern hatte am Vorabend (MEZ) bei Veröffentlichung der Quartalszahlen einen vorsichtigen Geschäftsausblick gegeben.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,36 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei gab es 1 546 Gewinner, 1537 Verlierer und 215 unveränderte Werte. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,59 Mrd. Aktien 1 417 Titel im Plus, 2049 im Minus und 334 unverändert.

An den US-Bondmärkten gewannen die richtungweisenden zehnjährigen Notes 20/32 auf 100-3/32 Punkte und rentierten mit 4,863 %. Die 30-jährigen Bonds legten 19/32 auf 100-1/32 Zähler zu, wobei sich eine Rendite von 5,372 % ergab.

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