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28.01.2008

15:16 Uhr

US-Vorwahlen

Für Giuliani geht es in Florida um alles

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani hat im Präsidentschaftswahlkampf alles auf Florida gesetzt – und droht mit diesem Kalkül nun, alles zu verlieren. Sein Konzept, Geld und Kraft aufzusparen und sich mit einem Schlag ins alles entscheidende Scheinwerferlicht des Wahlkampfs zu katapultieren, scheint nicht aufgegangen zu sein.

Setzt voll auf Florida: Rudy Giuliani. Foto: ap ap

Setzt voll auf Florida: Rudy Giuliani. Foto: ap

HB MIAMI. Unmittelbar vor der republikanischen Vorwahl am Dienstag rangeln sich in dem Sonnenstaat seine Konkurrenten John McCain und Mitt Romney in den Umfragen mit Zustimmungsraten von 30 und mehr Prozent um die vorderen Plätze. Der vielgerühmte Krisenmanager in den chaotischen Tagen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 liegt dagegen mit 14 Prozent abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Noch vor zwei Monaten sah es so aus, als wäre der auf dem nationalen Parkett mit Themen wie Sicherheit und Einwanderung profilierte Politiker auf dem Weg zu einem klaren Sieg in dem Staat, der gemessen an der Bevölkerungszahl der viertgrößte der USA ist. Er lag dort mit 36 Prozent weit in Führung, der nächste Rivale kam nur auf 15 Prozent. Nun haben sich die Verhältnisse umgekehrt und in Giulianis Entourage wird offen eingeräumt, dass der Politiker bei einer Niederlage eigentlich gleich wieder aus dem Rennen aussteigen muss.

Den Ausschlag für den Stimmungsumschwung gab nicht nur, dass sich die Wähler in Florida am meisten für eine Antwort auf brennende wirtschaftspolitische Fragen interessieren. Auch Giulianis hemdsärmelige Art kam offenbar einfach nicht an: „Er klopft „ne Menge auf den Busch, aber er beantwortet keine Fragen“, urteilte beispielsweise Kevin Amiott aus Miami, der sich die Kandidaten gründlich angesehen hat. Die „New York Times“ tat ein Übriges und beschrieb den langjährigen Bürgermeister ihrer Metropole als „engstirnig, obsessiv geheimnistuerisch und nachtragend“. „Herrn Giulianis Arroganz und schlechtes Urteilsvermögen sind atemberaubend.“

Auf der demokratischen Seite gab es dagegen nicht einmal einen Wahlkampf in dem Bundesstaat. Wegen eines Streits darüber, dass Florida die Vorwahl eigenmächtig vor den „Super-Tuesday“ am 5. Februar vorzog, dürfen die 210 Parteitagsdelegierten im Herbst nicht mit über den Kandidaten abstimmen. Die republikanische Strafe fiel milder aus. Die Partei gewährt immerhin 57 Delegierten eine Stimme, halb so vielen wie bei früheren Parteitagen.

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