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02.01.2003

12:00 Uhr

US-Währung bekommt Verschnaufpause

Euro gibt zum Dollar nach

Der Euro hat am Donnerstag wegen der Angst vor Interventionen am Devisenmarkt trotz anhaltender Furcht vor einem Irak-Krieg zum Dollar nachgegeben.

Reuters LONDON. Vor dem Jahreswechsel hatte der Dollar noch Tiefststände zu den wichtigsten Währungen weltweit markiert. Der Euro war vorübergehend über die Marke von 1,05 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert. Nach den Feiertagen kaufen sich Investoren am Donnerstag Händlern zufolge wieder in die US-Währung ein, weil sie die jüngsten Kursverluste für übertrieben hielten und Yen-Verkäufe des japanischen Finanzministeriums befürchteten.

Das Tokioter Finanzministerium hatte zuletzt angedeutet, Yen zu Gunsten des Dollar verkaufen zu können. Damit würde Japan versuchen, den Kursverfall des Dollar und den gleichzeitigen, Exporte hemmenden Kursanstieg der japanischen Währung zu bremsen. Marktteilnehmer fürchten Interventionen am Devisenmarkt, da diese zumindest kurzfristig das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verzerren und für Kursausschläge sorgen.

Gegen 11.40 Uhr MEZ am Donnerstag notierte der Euro mit 1,0473/75 Dollar knapp unter seinem Schlusskurs von 1,0490/94 Dollar am Dienstag. Zum Yen erholte sich der Dollar auf 118,85/93 (118,70/78) Yen. Auch zum Schweizer Franken legte der Dollar nach Tiefständen am Dienstag etwas zu. Der Dollar notierte mit 1,3855/60 (1,3858/64) Franken.

Gewinnmitnahmen belasten

Eine japanische Devisenmarkt-Intervention am Donnerstag oder Freitag halten zahlreiche Händler für möglich, obwohl die Märkte in Tokio wegen der Neujahrsferien bis zum kommenden Montag geschlossen bleiben. Diese Erwartung habe den Kurs des Dollar auf dem derzeit niedrigen Niveau gestützt. "Außerdem hatten wir in den vergangenen paar Wochen deutliche Kursverschiebungen im Verhältnis von Euro und Dollar. Dort gibt es Gewinne, die mitgenommen werden wollen", begründete Devisenanalyst Rob Hayward von ABN Amro die Kursbewegungen.

Haywards Einschätzung nach erhält die US-Währung aber nur eine Verschnaufpause. "Es herrscht nach wie vor eine negative Einstellung zum Dollar, die von den Aussichten für die US-Konjunktur, von der internationalen Situation und von der US-Dollarpolitik herrührt." Die USA hatten am Montag nach Armeeangaben die Verlegung von mehr als 11.000 zum Kampf in der Wüste ausgebildeten Soldaten in die Golfregion befohlen. Erstmals seit dem Golfkrieg 1991 soll damit in den kommenden Tagen eine gesamte Kampfdivision mit Panzern und Kampfhubschraubern an den Golf entsandt werden.

An Konjunkturdaten, die die Devisennotierungen beeinflussen könnten, wird in den USA am Nachmittag gegen 15.00 Uhr MEZ der Industrie-Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für Dezember erwartet. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt einen Anstieg des Indexes auf 50,3 Zähler von 49,2 im November. "Der ISM wird interessant sein. Die jüngsten Zahlen, die wir hatten, deuteten eher auf eine Schwäche der Konjunktur hin und nun wird auf eine Bestätigung dieser Annahme gewartet", sagte Hayward.

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